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Die Waldenser in unseren Tagen : ein Beitrag zur kirchlichen Statistik
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Bürgerlich geselliges Leben.

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soldung der Lehrer der Hauptschulen/ denn das höchste darge-reichte Gehalt belauft sich auf400Frs. zu St. Jean (oder 106Thl.20Sgr.)/ das niedrigste auf120Frs. (oder 62Thl.), wel-ches sie auch noch zu dem erwähnten Kirchendienst verpflichtet.

In dem ganzen bürgerlich geselligen Leben derWaldenser spiegelt sich der Geist und Herz bildende Einflußder wahren evangelischen Freiheit. Der Waldenser darf gewißder treueste Unterthan genannt werde»/ weil er selbst da/wo ihm offenbar Unrecht geschieht/ nicht von dem Gehorsamwankt/ den das Evangelium von ihm erheischt/ und in derThat hat es sich auch/ wie in älterer/ so in neuester Zeit be-währt/ daß in den Unruhen der Untcrthanen beider Sar-dinien gegen ihren Herrscher nie ein Waldenser betheiligt ge-funden wurde. Das Gesetz ist ihm heilig/ selbst wenn es sei-nem Interesse widerstreitet/ und er weiset den Aufwiegler beiHinweisung auf schlechte Gesetze/ wie dies in neuerer Zeit oftgeschehen ist/ mit den Worten zurück: „darf ich Schutz vonden Gesetzen verlangen/ wenn ich sie vernachlässige oder um-stoße, laßt uns ein schlechtes Gesetz innerlich überall untergra-ben und bald wird man sich desselben schämen und es ausder Gesellschaft der guten ausstoßen." Ueberall leitet die christ-liche Gesinnung das Band des bürgerlichen Lebens/ und ichhätte es schon deshalb vorausgesetzt/ wenn man mir auchnicht versichert hätte, daß Criminalfälle in diesen Thälern et-was höchst Seltenes wären, und Processe zu haben, für eineSchande gehalten werde, daß Streitigkeiten leicht durchdie Prediger geschlichtet würden; wie cs überdies schon dieKlugheit fordert, ihre Streitigkeiten nicht vor die katholischeBehörde zu bringen; ja selbst in Fällen, wo ein katholischerBewohner der Thäler gegen einen Waldenser Recht zu habenglaubt, trägt er kein Bedenken, sich mit dem Waldenser anden protestantischen Prediger zu wenden, und nicht an die ka-tholische Behörde, woraus sich hinlänglich auf das Vertrauenzu der unbedingten Gerechtigkeit derselben, die die Katholikenaus Erfahrung kennen müssen, schließen läßt. Gegen ihreOrts- und Kirchenvorgesetzten beweisen die Waldenser einegroße Achtung, doch auch Freimükhigkeit durch offenen Tadel