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Die Bevölkerung des preussischen Staats : nach dem Ergebnisse der zu Ende des Jahres 1837 amtlich aufgenommenen Nachrichten in staatswirtschaftlicher, gewerblicher und sittlicher Erziehung
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Die nächst augränzendcn Gegenden haben bei auch noch schwacher Bevölkerungschon einen viel besseren Schaafstaud: namentlich die Kreise

Stolpe mit der Herrschaft Lauenburg.20SG Schaafe

Fiirstenthum und Schlawc.295;) »

BcJgard, Schiefelbein, Dramburg und Neustettin.3187 »

Deutsch Krone und Flatow. 2708 »

Die wichtigste Nutzung der Schaafzucht ist unstreitig die Wolle; darf der Ertrag derselben fürdas Scbaaf im Durchschnitte nur zu zwei Pfunden angeschlagen werden, welches in Rücksicht aufdie vorherrschende Veredelung wohl zu wenig sein dürfte: so gewinnt der prcufsischc Staat von sei-nen Schaafen doch jetzt jährlich über 30 Millionen Pfund Wolle. Es kommen daher auf den Men-schen im Durchschnitte 21-, also auf die Familie durchschnittlich beinahe 11 Pfund Wolle. Zur Zeitreicht es nicht allein für die Bedürfnisse der Bevölkerung hin, sondern es wird noch ein beträchtli-cher Tlieil, im Durchschnitte vielleicht ein Viertheil, der gewonnenen Wolle ausgeführt: es ist je-doch nicht zu verkennen, dals die Einwohner selbst bei gröfserer Wohlhabenheit nicht nur diesesViertheil, sondern noch beträchtlich mehr würdeii verbrauchen können, und zwar nur zur warmenund anständigen Bekleidung derjenigen, welchen es in ärmeren Landestheilen noch sichtlich hieranmangelt. Ohngeachtet der ansehnlichen Wolhnärkte kommt doch noch ein beträchtlicher Tlieil derWolle gar nicht zum Markte: in den verkehrlosesten Gegenden wird die Wolle von den Schaafenin kleinen VVirthschaftcn unmittelbar versponnen, und zum Stricken und Weben für das eigene Be-dürfnifs verbraucht. Mit Rücksicht auf diese schlechte Wolle könnte man den Durchschnittspreis derganzen Wollerzcugung dennoch wenigstens auf einen halben Thaler für das Pfund, ihren Betrag alsoüberhaupt auf wenigstens 15 Millionen Thaler schätzen. Jedenfalls erscheint diese Angabe nach denglänzenden Ergebnissen der grofsen Wolhnärkte zu Breslau und Berlin, so unsicher sie überhauptauch sein mag, eher zu niedrig als zu hoch.

Was die Schaafzucht zur Ernährung der Menschen durch Milch beiträgt, ist offenbar ganz un-bedeutend: nur unter ganz besonderen örtlichen Verhältnissen und in geringer Ausdehnung ist dasMelken der Schaafe noch bcibehaltcn worden; der Ertrag desselben kann um so mehr ganz über-gangen werden, als er nur auf Kosten der Woll- und Fleisch-Erzeugung entsteht. Nicht unerheb-lich ist dagegen der Beitrag zur Ernährung der Menschen durch das Fleisch der Schaafe. Je feinerdie Wolle ist, je länger sucht man das Schaaf darauf zu nutzen: indessen giebt es doch für jedeWollmitzuug eine Gränze, worüber hinaus der Verlust an der Fleischnutzung grüfscr wird, als derGewinn an Wolle. Als nicht unwahrscheinlich darf hiernach angenommen werden, dafs jährlich we-nigstens ein Sechstheil der vorhandenen Schaafe geschlachtet wird; also von 15 Millionen drittehalb.Auf dem Lande werden häulig auch magere Schaafe und selbst Lämmer geschlachtet, um im Sommerfrisches Fleisch zu haben: mit Rücksicht hierauf mag nachstehend das Gewicht eines Schaafrumpfesdurchschnittlich nur auf 32 Pfund geschätzt werden, obwohl das Gewicht der fetten Hammel, womitdie Städte versorgt werden, beträchtlich höher ausfällt. Hiernach würden ohugefähr 8(J MillionenPfund Heisch jährlich durch die Schaafzucht gewonnen werden: das ist auf den Menschen im Durch-schnitte beinahe sechs Pfund. Dieser Fleisch-Ertrag, zu anderthalb Silbergroschen für das Pfund