Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
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195
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Wort vom Kreuz zu verkündigen in einer Ge-gend, wo dieses Wort, Gottlob, eine gewisseHerrschaft sich errungen hat. Ist das etwasAußerordentliches, so allgemein hin das mensch-liche Verderben zu predigen in Gemeinen, wowir Gottlob! vor leeren Bänken predigen müß-ten, wenn wir anders predigen, und von derLehre unsers Catechismus abweichen wollten?Ich sage euch, wäre Elias hier, der Täufervom Jordan, oder Paulus, ihr würdet andersdie Drommete blasen hören. Da würde dereinzelne Mann ins Auge gefaßt, und auf daseinzelne Haupt der Schlag gerichtet, und wärekein Ansehen mehr, weder der Person noch desStandes. Zu wie manchem Ahab heutiger Zeitwürde es dann heißen: »ich verwirre Israelnicht; aber du und deines Vaters Haus, daßihr des Herrn Gebote verlasset. Wie mancheIsabel würde dann Auge in Auge sich müssensagen lassen: »Die Unreinen haben kein Erbeam Reiche Gottes; « wie mancher Zöllner:»Fordre nicht mehr als sichs gebührt;« wiemancher Herodes: »Es ist nicht recht, daß dudeines Bruders Weib hast!« und wie mancherFelix, wie manche Drusilla in unsrcr Mitte,die jetzt nur gefällige Worte hören, würdenalsdann von rauher, schonungsloser Lippe eine

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