Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
194
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IM

dem Vater dcr Lügen den Schcidebricf zn geben,und die Wahrheit als Stab i der Hand, alsSchild auf der Brust, und als Schwert imMunde zu tragen, auch auf die Gefahr hin,mit Elias geachtet zn werden, oder mit Johan-nes in der Wüste Hausen, und von Heuschreckenund wildem Honig sich nähren zu müssen, odas sind seltene Perlen. O ihr Prediger ansund unter der Kanzel, was Klagen wir überdie geringen Früchte nnscrs Wirkens, über dieunbedeutenden Ernten, die wir sehen von unse-rer Arbeit? Klagen wir lieber über unsereAchsclträgerei, und brechen den Stab über un-sere Feighcrzigkeit.

Wir würden größere Dinge sehen, wärenicht das heilvolle und ehrwürdige: »Du, dubist der Mann des Todes« so gar unter unsverstummt und ausgestorben, und Nathan lei-der zu Grabe getragen. Wir Prediger in nnsermThale haben den Ruhm einer seltenen Freimüthig-kcit, vielleicht nicht ohne Ursache in Vcrglei-chung mit Tausenden von Miethlingen, die heutzu Tage aller Orten das Vrod der Kirche essen,und ihr Kostgeld in Lügen und falscher Münzebezahlen. Aber was ist es doch eigentlich mitdiesem Freimuth, wenn wir ihn beim Licht be-sehen? Ist das etwas Großes, frei offen das