das Gedächtniß unserer Sünden immer wiederaufgefrischt werde, und unsere Erbärmlichkeituns nimmer aus den Augen komme. Meinenwir Muth zu haben, gleich schickt er uns Ge-fahr und Wetter über das Haupt, und wir er-kennen, daß wir ein Schilf und Röhrlcin sindim Winde. Weiden wir uns an unserm Glau-ben, alsbald wird ein Prüfstein hingehalten,und wir werden inne, daß unser Herz vonGlaubenskraft nur träumte. Fühlen wir unsin der Fülle unserer andächtigen Empfindungen,sofort vertrocknet das Herz zum Sandfleck, undwir müssen bekennen: »Ja, wem Ers giebt, derhats umsonst.« Bilden wir uns ein, wir hät-ten alle Furcht besiegt, und würden einst den Leu-ten zeigen können, wie man sterben, und wie einEhrist in die Ewigkeit gehen müsse, gleich läßter uns von ferne die Schreckgestalt des Todessehen, und wehe, die Wirklichkeit macht allenunfern Hcldenmuth mit einem Schlag zu Schan-den. Träumt uns von hohen Staffeln, die wirauf der Heiligungsleiter erklommen hätten: als-bald läßt er einen Wind der Versuchung wehen,und übcrgiebt uns nur einen Augenblick unsselber, da liegt man wieder in der Tiefe, undaller Ruhm ist aus, und es bleibt uns, wiejedem andern lieben Gotteskinde nichts anders
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