Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
171
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deiner Schwachheit. Und daß du selbst deinerFrömmigkeit dich rühmest und deine Thatcuaufzahlst, wer möchte dir drum böse werden.Spricht das doch nicht der Uebermuh aus dir,sondern allein die Furcht und das Verzagen.Aber freue du dich mit uns, Obadja, daß deineSeligkeit nicht beruht auf deiner Gottesfurchtund deinem Glauben, sondern auf einem ganzandern Grunde, der außer dir liegt; wie übelständs doch sonst bei allem deinem Frommsepn.

Ach ja, es ist und bleibt doch lauter Kinde-rei und Armnthswcrk in dieser Welt mit allerunserer Gottesfurcht. Wenn unser Glaube,unser Muth, unsere Andacht, unsere Zu-versicht die Sprossen au der Himmelsleiter wa-ren , wir brachen alle mit der Leiter auf halbemWege zusammen, und Keiner käme in die Höhe.Aber diese unsere Gebrechlichkeit sollen wir er-kennen: das ist uns heilsam, auf daß wir unsgewöhnen, unser Haus immer fester und aus-schließlicher auf den Fels zn bauen, der außeruns in den Verdiensten Christi gelegt ist, undallein und ewig Stand halt. Unser einigerTrost und Halt im Leben und im Sterben, derist und kann nur seyn die Gnade, im Blut desLammes, und damit wir die allein umfassen,so pflegt der liebe Gott dafür zu sorgen, daß

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