Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122

hängt das Unglück, dcr andere legt es ans.Der eine tobtet den Knaben und dcr andre sagtwarum. Dcr eine greift an und der andereruft dcr Wittwe durch die Seele: »Weib, Weib,es ist Gericht für deine Sunde.« Und dasWeib Horts, ringt die Hände und schreit:»Elia, du Mann Gottes, was habe ich mitdir zu schaffen, du bist zu mir herein gekom-men, daß meiner Misscthat gedacht, und meinSohn getödtet würde.« Sehet da, eine allge-meine, eine totale Niederlage. Du bist zu mirherein gekommen, daß meiner Misscthat gedacht ,würde. Sie meinte, jetzt erst hatte Gott in ihrHerz gesehen, und das ist das rechte Gefühl;ja, so ists einem, wenn dcr heilige Geist dieModcrgrube des eigenen Herzens einem aufzu-decken anhebt. Da wird einem gerade so, alssähe man eben das offene Gottesaugc starr undunbeweglich über seiner Seele schweben, undach, es schwebt über dcr Seele wie stechendeMittagssonne, wie eine schrecklich leuchtende,fressende Fcucrflammc. Da will man seineBlöße bedecken, aber durch alle Vorhängeund Decken bricht das große Auge durch. Dawill man mit Feigenblättern allerlei Entschuldi-gungen seine Schande verhüllen, aber wehe,die Blicke werden Feuer, und fressen die Blät-