Er sorgt dafür, liebe Seele, daß dein Glaubenicht ausgehe. Nicht ausgehe, das merke wohl.Es steht nicht geschrieben, das der Wittwc gan-ze Säcke Mehls ins Haus gebracht seyen,noch daß ihr Oelkrug übergelaufen. Das Mehlward nicht verzehrt, heißt es; sie bekam täg-lich so viel als sie nöthig hatte, und an Oelmangelte es nicht. So wirst auch du vielleichtkeinen Uebcrfluß an Glaubcnsfrcudigkcit empfan-gen, daß du im Feucrofen jauchzen und jubelnkönntest, das Zuviel mögte dir nicht gut sehn.Aber daß dein Glaube nicht aufhöre, des seyversichert; das hat dein mitleidiger Hohcrprie-stcr eben so gut für dich, als einst für seinenSimon gebeten, und soviel Geduld wird erdir täglich schenken, täglich aufs Neue, daß duvielleicht wohl einmal wirst zweifeln und sinken,aber nie versinken noch verzweifeln können.Ein frommer Mann sagt schön und wahr:»Ich habe gerade so viel Geduld zu warten,als Oel zur Lampe nöthig, bis der Tag anbre-chen und der Morgenstern aufgehen wird. «
Es war, wie wir wissen, gewiß eine ange-nehme und glückselige Lage, in welcher sich Eliasund die gottesfürchtige Wittwc zu Zarpath be-fanden. Aber daß des Menschen Leben lange inderselben Weise fortfließe, und in demselben