— 89 —
sollen uns die ganze Schwere der Prüfung, dieüber Elias kam, recht lebhaft vorstellen.
Dies Fegfener mag unserm Propheten nichtwenig zugesetzt haben. Ohne viel Kampf, Ge-schrei und Thränen ist er nicht heraus gekom-men. Ein bitteres Selbstgericht war wohl daserste, worein ihn diese Begebenheit führte: dennder Gedanke, um deiner Sünden willen geschiehtdir solches, lag sehr nahe. Das peinvolle Ge-fühl des Verlassensepns ließ wohl seine Seeleauch nicht nngcfoltert, und mit seinem altenMenschen wird er seine liebe Roth gehabthaben. Denn der konnte ja nicht stille bleibenin solcher Lage, der mußte ja hier meinen, wasmenschlich ist, und nicht was göttlich, derkonnte ja nicht anders als murren, zum Lästernreizen, den Glauben des Propheten verlachen,und ihm den Rath crtheilen: »Nun mache dichans, hilf dir selber, denn auf den Herrn istkein Verlaß« und mit was für Eingebungen erihn sonst bestürmen mochte. Doch Elias blieboben, glaubte sich durch, und behielt den Sieg.Er hatte ein gut Schwert in Händen wideralle diese Anfechtungen. Das war das Wortseines Gottes. »Gehe hinweg von hinnen, undverbirg dich an den Bach Erith, der gegen denJordan fleußt, und sollst des Baches trinken.«
8