keit veraltet, hat die Zeit den Werth dieses Chris-tus vermindert ? Haben wir in späteren Tagen diesenSeeligmacher entbehren können? Nun! da frage ichgetrost in die Menge der Gläubigen aller Zeiten ,wie aller Orten hinein und ich weiss ihre Antwort;einstimmig lautet sie : Nein , nein
Im lleich, wo Christus ist der HerrGehts alle Tage herrlicher
Sie bekennen vielmehr:
Ich werd von Tag zu Tag entzüudtJe mehr ich Heb, je mehr ich findWie ich dich lieben sollte!
Und wenn ja irgend eine Seele die erste Liebe ver-lassen hat — ach sie klagt darüber als über eineschmerzhafte Krankheit, aber sie will bey Leibenicht, dass dies ihrem Herrn zur Last gelegt werde,als habe er je aufgehört kostbar und liebenswerthzu seyn. Und wie sollten sie ihn auch minderköstlich linden können im Fortgange des Gnaden-standes, als in seinem Beginn? Ist nicht die Noth,die sie zuerst zu ihm trieb noch immer dieselbe?Der einmal begnadigte Sünder kann ja nicht nunfortan in eigener Kraft und eigener Gerechtigkeitfortwandeln, er bedarf täglich aufs neue eines Sün-denvergebers, eines Heilandes, eines Arztes. Siekönnen ihren Bürgen und sein versöhnendes Blutin keiner Stunde und bey keinem Werke entbehren.Seine Kraft, sein Leben ist der einige Odem, dieeinige Kraft ihres Lebens. Dies eiserne Band derNoth, das sie zuerst mit ihm verband, hält auchnoch jeden Tag Christum und die Seele zusammen.