Druckschrift 
Christus der köstliche Eckstein : eine Gastpredigt über 1. Petri 2:7a
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

Zunge, womit wir des Honigs Süssigkeit kosten , soist der Glaube der geistliche Sinn, ohne welchenniemand Christum erkennen, achten und liebenkann. So lange wir nicht glauben, sobald wirwieder kleingläubig werden, oder den Glaubengar fahren lassen , sobald und so lange und so fernhat Christus keinen Wertli für uns. Aber dieserGlaube ist nicht, um mit Luther zu reden, jenesmenschliche Gedicht, welches etliche für Glaubehalten, es ist nicht bloss die gewisse Erkenntnissdes Kopfes, wodurch ich die Offenbarung Gottes fürwahr halte, sondern ein herzliches Vertrauen , wel-ches der Heilige Geist durchs Evangelium in mirwürket, dass nicht allein Andern, sondern auchmir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeitund Seeligkeit von Gott geschenkt sey aus lauterGnaden, allein um des Verdienstes Christi willen.Der Glaube ist Gottes Werk; derselbe Gott, der dieSinne des Leibes uns geben und bewahren muss,muss auch diesen geistlichen Sinn in uns schaffenund erhalten, nach der Wirkung seiner allmäch-tigen Stärke, womit er auch Christum von dem Todeauferweckt hat. Dann glauben wir und dann istChristus uns köstlich.

Er war es nicht! Ach wir gingen, ohne ihndurch diese Welt, liefen hin und her in der Wüsteder Sünde , elend zwar und verloren , aber wir wus-tens und glaubtens nicht. Da, da erschien dieFreundlichkeit und Leutseeligkeit Gottes unseresHeilands; nach seiner freyen Gnade erbarmte ersich unser, als wir in unserm Blute da lagen; da