ZsS Neunzehnter Abschnitt.
!. Jetzt backt sich jeder Pfeiffenmacher in Mün-de» selbst seinen Ofen ganz aus Pfeiffenthon.Dieser ist viereckichr; jede Seite ist nur 4Fuß lang; die Höhe ist 4 bis 5 Fuß. Un-ten hat er ein durchlöchertes Gewölb, unterdem auf einem thönernen Roste das Holzbrennet. Auf dem Gewölbe, also unten imOfen, liegt eine thöncrne Tafel mit einemkleinen erhabenen Rand, die nirgend dieOfenwande berührt, also dem Feuer nebensich das Aufsteigen erlaubt. Auf diese Ta-fel, welche vorher mit feinem Sande be-streuet wird, werden die windtrockenenPfeiffettin verschiedenen Schichten kreuzweise übereinander gelegt, so hoch, bis der Ofenrandnur noch einen Daumen breit, über denPfeiffen hervorragt. Wenn so der Ofen ge-fristet ist, werden 18 Papierbogen auf dereinen Seite mit Pfeiffenthon üb er schmiert,Und alsdann auf den Rand der Tafel, wor-auf die Pfeiffen liegen, gestellet, und mitder Thonseite an diese gelehnt, so daß derganze Haufe an allen vier Seiten mit denThonbogen umgeben ist. Zuletzt werden zweylange dünne gebrante Thonplatten querüberden Ofen und auf diese iz kleinere Plattenin drey Reiben gelegt, wodurch er hinläng-lich zugedeckt ist. Das Feuer verwandeltdas Papier in Asche, aber auch eben so baldden aufgestrichenen Thon zn einer dünnenthönernen Wand, neben welcher der Rauchaufsteigt, und zwischen den Fugen der Plat-ten, womit der Ofen zugelegt ist, in denSchornstein, unter welchem der Ofen steht,hinaufgeht. Nach dem Brennen wird diethönerne Wand, welche nur die Dicke einerdünnen Pappe hat, vorsichtig zerbrochen, um
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