pfeiffenbrennerey. §.4.7. Zsr
die damit bedeckten Pfeiffer, äusnehmen zukönnen.
2. Diesen Ofen, worin 1200 Pfeiffer, in 7 bis8 Stunden gar gebacken werden, hat einPfeiffenmacher Nolde in Münden vor un-gefähr 20 Jahren erfunden und anfänglichgeheim gehalten. Aber einige stiegen in seinGebäude, rissen den Ofen aus einander, be-trachteten die Einrichtung und machten sienach; jetzt ist sie in Münden, auch zu Wik-kenrode (bey Almerode im Hessischen), wodes Erfinders Bruder wohnt, algemein.Zwey solcher Oefen sind auch jetzt in Ha-meln. Aber in Großalmerode, Holzmün-den und Uslar sind die alten grossen Oefengebräuchlich, worin 4000 bis 5000 StückPfeiffer,, auch in manchen noch mehr, in Ka-sten gebraut werden. Da nennet Man dieMündcnschen Oefen nur Nessel, und behaup-tet mit Recht, daß darin die Pfeiffer, nichtstark und lang genug gebrant und zu schnellabgekühlt werden. Inzwischen sind sie fürMeister, welche ohne Gesellen arbeiten undwöchentlich zweymal brennen können, ganzbequem; aber zu klein für die, welche Ge,seilen halten und mehr in Grossem arbeiten.
§. 5 -
Die gebranteu Pfeiffer, werden mit einerTünche, oder mit einen. Firniß von Gum-mi Tragant, weiffem Wachse und Seife be-näht, abgetrocknet, und mit einem Tuche ab-gerieben. Zur weiten Versendung packt