Töpferkunst. §. 12 . 3Z7
gelehrte Töpfer, Bernhard palissv, in derletzten Hälfte des sechözchnten Jahrhundertsin Frankreich zuerst Fajance und die eigent-liche Schmelzmalerey versucht, und zu Stan-de gebracht habe. Beyde Künste wurdenaber damals schon von andern Nationen,vorzüglich von den Italienern, getrieben,und es ist gewiß falsch, wenn einige dieSchmelzmalerey für eine französische Erfin-dung ausgeben, und solche erst ins Jahr1652 setzen. Zu unsern Zeiten, da man daSungleich vortreflichere Porzellan kennet, ver-wendet man die gute Malcrey mehr auf die-ses, und unsere Künstler übertreffen die Al-ten unleugbar. Inzwischen haben diese ei-nige Glasuren und Schmelzfarben gehabt,die jetzt unbekant zu seyn scheinen; dahinrechne ich die rubinrothe und blaue. Jenewar nämlich nicht der mineralische Purpur,und letztere nicht unsere Schmälte. Beydesind weit neuere Erfindungen. Auch dievielen alten Scherben, welche an denUfern der, Wolga, in der Nachbarschaft vonSaratow, gefunden werden, sollen wohl,wegen ihrer Schönheit, worin sie den neuernnichts nachgeben, der Untersuchung der An-tiq uarier werth seyn.
5. Seit einigen Jahren haben die Engländerangefangen, Kupferstiche mit mineralischenFarben auf Töpferwaare, sonderlich Stein-gut, so wie auch auf emaillirte Kupfergerä-the, abzudrucken, und die Farben einzubren«nen. Hr. F. Herzberg, Ober-Landschafts»Rendant in Breslan, hat eben dieses mit gu-tem Erfolge versucht. S. Phpsikal- ökon.Biblisch. X S. 270.
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