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Neunter Abschnitt.
ger Tressen, die man auf Bänder oder an-dere Zeuge nähcte, welche mau auöspannete,und auf hölzernen Köpfen zusammen füg-te. Dieß ist die Entstehung unserer heutigenParucken, deren Verfertigung, Unterhaltung,nebst dem Frisiren, allein in Göttingen jetzt2Z Meister, l; Gesellen und 27 Lchrjungen,also 67 Menschen, ohne die Frauen und Kin-der der ersiern zu rechnen, ernährt. Der erste,der eine Paruche trug, war ein Abbe, na-mens La Nwiere. Es war einmal eineZeit, da dieser Kopfputz so dick, so voll Haarund so lang war, daß er bis auf die Hüftelsteng, und einige Pfunde schwer war. EinMensch, der ein etwas mageres Gesicht hat-te, ward durch diese Wolke ganz versteckt.Man trug auch das Vordcrtherl der Paru-cke sehr hoch; das hieß clevsnt ä la ponka-xne, weil der Marquis von Fontagne, zuden Zeiten Ludwigs XlV, es aufgebrachthatte. Ein gewisser Lrvais erfand endlichdie Kunst, die Parucken zu creprren oderkraus zu kämmen, wodurch sie auch bey we-nig Haaren viel besetzter und voller scheinen,als sie selbst mit weit mehr Haaren seynköntcn. Die Beutel-parucken sind dieneuesten; man ncnnete sie anfangs perru-que, L la rc^ence, weil sie unter der Re-genrschaft des Herzogs von Orleanö auf-gekommen waren. Vor dem Kayser CarlVI durfte man sich nicht ohne Parucke mitzween Zöpfen sehen lassen. Neuer als je-ner Haarputz ist unser jetziger Puder ausKraftmehl.^ Unter Ludwig XIV war ernoch nicht allgemein, und dieser König has-sete anfänglich diese Mode. Man sagt, dieComödianten hatten zuerst die Haare ge-pudert, solche aber noch lange jedesmal
wie-