Druckschrift 
Anleitung zur Technologie oder zur Kentniß der Handwerke, Fabriken und Manufacturen : vornehmlich derer, die mit der Landwirthschaft, Polizey und Cameralwissenschaft in nächster Verbindnung stehn ; nebst Beyträgen zur Kunstgeschichte
Entstehung
Seite
188
Einzelbild herunterladen
 

r88 Siebenter Abschnitt.

den wohl zugespundet in kühlen Kellern auf-bewahrt, und mit gutem Essig nachgefüllet.

I. Durchaus nothwendig isi, daß bey der Es-sigbrauerey, so wohl in Absicht der Zimmer,als auch der Geräthe, die größte Reinlich-keit beobachtet werde. Faulende, stinkendeSachen verderben die Waare.

§. 6 .

Guter Essig muß sehr sauer schmeckenund riechen, nichts öhlichteö haben, und voll-kommen klar seyn.

1. Auch hier entscheidet die Farbe nichts. Gc»brantcr Zucker macht eine Wcinfarbe; ge-trocknete Heidelbeeren und Sandelholz ma«chen eine rothe Farbe. Aber man hütesich vor Sachen, welche sich niedersetzen, undden Essig trüben.

2. Der verkäufliche Essig ist zuweilen mitSchwefelsaure verfälscht, welches am bestendurch salpetersaure Schwcrerde, die mit derSchwefelsäure Schwerspat macht, entdecktwird. Schädlicher für die Gesundheit istdie Verfälschung mit Pflanzen flössen, welcheeinen scharfen und brennenden Geschmack ha-ben, als spanischer Pfeffer, Seidelbast (Kel-lcrhals, vsplms merer.) u. a. Noch kennetman, ausser dem Geschmacke, kein Mittel,diese falsche Verstärkung zu entdecken.

3 - Aus Rosinen soll H. Rudolph Koch in Bre-men Essig brauen. Zu einem Gebräue brauchter 5 Körbe Rosinen. Ein Korb aus Spa»nicn kömt ihm in Bremen auf 4 Lhr. Aus

je-