Bierbrauerey. §. i z.
i7Z
6. Man sagt, daß zu wildungen, in derGrafschaft Waldeck, aus dem dortigen Sau-erbrunnen, ein Bier gebrauet werde, wel-ches ohne Ferment, in gehörige Gährnnggeräth. Eben dieß erzählt man vom An-pinischen und Donmauschen Biere, auchvon dem, was zu RAingslutter, unter demNamen Duckstcin, gebrauet wird. Viel-leicht ist die fixe Luft, welche die dortigenWasser enthalten, die Ursache dieser Erschei-nung. (So schrieb ich schon in der erstenAusga-be; jetzt ist diese Vermuthung durch Henry'sVersuche noch wahrscheinlicher geworden).Aber in den Domnauschen Branercyen mußdoch dasBier, in jeder neuen Brauküfe, das er-ste mal, durch Hinzuthuung der Häfen zurGährnng gebracht werden, die denn nachherallemal ohne einiges Hülfsmittel erfolgt.
§. 14.
Wenn die erregte Gährnng fast bis zumhöchsten Grade gekommen ist, und derSchaum nicht mehr aufsteigt, so wird dasBier in Fässer gefüllet, in denen es hernachdie Gährnng vollendet, und die, mit Was-ser, oder welches nicht so gut ist, mit Biernachgefüllet, wohl verstopft, in Kellern auf-bewahrt werden. Giebt man den Biercon-nen inwendig einen Ueberzug von reinemunverbranten Piche, so erhält das Bier da-her einen angenehmen Geschmack, und wirdvor der Verdunstung bewahrt.