Druckschrift 
Anleitung zur Technologie oder zur Kentniß der Handwerke, Fabriken und Manufacturen : vornehmlich derer, die mit der Landwirthschaft, Polizey und Cameralwissenschaft in nächster Verbindnung stehn ; nebst Beyträgen zur Kunstgeschichte
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
 

Hutmacherey. §.6. uz

z. Die Hüte, welche aus England nach Ja-maika, und in andere südliche Inseln gehn,werden nicht gefärbt, sondern bleiben weiß.Die rothen Cardinalshüte werden fast allein England gemacht, weil die Franzosen nichtdie Kunst wissen, dem Bibcrhaar eine soglänzende Farbe zu geben, als diese Hüte ha-ben sollen. Das Stück kömt in Englandauf fünf bis sechs Guincen. Die rothenFilzmützen zu den Turbanen der Türken,werden jetzt in Orleanö und Marseille ge-macht.

4. Seit wenigen Jahren hat man aus Frank-

reich sehr glänzende feine Hüte, unter demNamen seidene Hüte, erhalten, die ihrenGlanz, nach der wahrscheinlichen.Vermu-thung des sel. Schrebers, von der Seiden-pflanze, haben. Gewiß ist,

daß der Barctmacher Larorwiere, im Jah-re 1757 ein Privilegium zur Verarbeitungder Scidenpflanze zu Flanel, Felbel und an-dern Zeugen erhalten hat. Aber schon langevor ihm hatten die französischen Hutmacherdie Seide jener Pflanze unter Kastor gr,mengt, und schon im Jahre 1746 hatte H.Sleditsch diese Nutzung durch Versuche er-wiesen. S. physikal. ökonom. Biblioth.II. S. Zy7- Inzwischen filzet sich diese Sa-menwolle nicht eigentlich, sondern sie wirdvornehmlich nur durch Hülfe des Leims mitder zugesetzten Wolle vereinigt, und fält des-wegen bald ab.

5. Auch die Stuhlabgänge der Seidenweberwerden mit itz Hasenhaar vermengt, undzu Hüten verarbeitet, die aber durch Nässeihre Gelindigkeit und ihr gutes Ansetzn ver-

H lieh'-