z;6 B. Franklins
Schönheiten gelten. Allein, da dieses mehr Fehlerder Sänger, als der Componisicn zu seyn scheint,so habe ich hier, wo ich blos von der Compositionsprach, dcßelben nicht gedacht. Ein geschmackvoller,das heißt ein modischer Sänger, den ich kenne,läßt alle harten Mitlantcr aus, und mildert alleharten Sylben der Wörrer, die doch dazu dienen,sic von einander zu unterscheiden. Auf diese WeiseHort man blos eine bewundernswürdige Kehle, undversieht das, was gesungen wird, sowenig, alswenn die Arie aus irgend einem Jnsirnmcnte ge-spielt würde. Sonst bemühten sich die Tonkünsiler,Jnsirnmcnte zu machen, die die Mensehensiimmeuachahmten: jetzt thun sie gerade das Gcgentheil,indem sie aus der Stimme gern ein bloßes Instru-ment machen mochten- So verfertigte inan die Pcrukenanfangs zur Nachahmung von schonen natürlichenHaupthaar: nachdem sie aber, zumLheil unter sehrunnatürlichen Formen, allgemein Mode wordenwaren, so erlebten wirs, die natürlichen Haare sofrisirt zu sehn, daß man sie für Perrucken haltenmöchte.
XI.V.