kleine Schriften. 527
denkt, wodurch sie gefallen. Meine Vmnuthung,daß jene Arien ursprünglich für die Harfe (undzwar für die einfachste Gattung derselben, welcheblos die halben Töne der natürlichen Skale und nurzwei) Oktaven von bis L hatte) gesetzt wurden,wird noch durch einen andern Umstand bestätigt.Keine von diesen wirklich alten Arien enthält nehm-lich auch nur einen einzigen künstlichen halben Ton,und in den Arien, da wo es der Stimme bequemergewesen wäre, die Töne in der Mitte der Harfe zubrauchen und den Schlüße! in U zu setzen, wird dasb, das ein halbbetontcs K hatte ftyn mäßen, wenncs gebräuchlich gewesen wäre, immer ausgclaßcn,und inan springt über daßclbe durch eine Terzehinweg. Die Kenner der neuen Musik, die Vir-tuosen werden sagen, ich besitze keinen Geschmack.Dennoch erkühne ich mich, hinzuzufügcn, daß ichüberzeugt bin, unsere Vorfahren empfanden einlebhafteres Vergnügen, wenn sic ein deutlich aus«gcsprochnes, nach einer dieser Melodien gesungenes,mit der Harfe begleitetes Liedchen hörten, als unsremeisten neuen Opern geben können, bey denen dasgrößte Vergnügen aus den Decorationen und Tän«zen geschöpft wird. Da den meisten Arien von
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