kleine Schriften. 25-
Die dritte Klaße.
Man lehre sie nun angemcßcn und schön spre-chen: eine Kunst, die mit dem guten Lesen nah ver-wandt ist, und beym Unterricht der Jugend natür-lich zunächst folgt. Man bringe den Schülern die-ser Klafic die Anfangsgründe der Rhetorik nach ei-nem kurzen System bcy, so daß sie von den gewöhn-lichsten Tropen und Figuren Rechenschaft gebenlernen. Man mache sie auf alle ihre bösen Ange-wohnheiten im Sprechen, alle Fehler gegen dieGrammatik, jede verstümmelte oder Provinzialaus-sprache und alle unschicklichen Ausdrücke aufmerk-sam. Kurze Reden aus der römischen oder irgendeiner andern Geschichte, aus den Parlamentsde-batten u. s w- kann man auswendig lernen, undmit der angemeßencn Action hcrsagcn lassen. AuchReden und Szenen aus unfern besten Lust - undTrauerspielen (mit sorgfältiger Vermeidung alles,was das sittliche Gefühl der Kinder verderben könn-te) kann man zu diesem Behuf brauchen, und die Kin-der üben, sieherzusagcn und aufzusührcn, wobey manimmer bedacht scyn muß, ihren Anstand nach denbesten Mustern zu bilden-
R 2 Zu