kleine Schriften. 157
man einem Wilden, eh er in die Gesellschaft trat,gesagt: „ Dein Nachbar kann durch dieses Mittel„Eigcnthümer von hundert Stücken Wild werden;»allein, wenn dein Bruder, oder dein Sohn,»oder du selbst, kein eignes Stück besitzt, wenn„er hungert, und eins erlegt, so wird ein schmäh-licher Tod die Folge davon sehn " sollte er nicht, al-ler Wahrscheinlichkeit nach, seine Frcyhcit, und seingemeinschaftliches Recht, jedes Wild zu erlegen,allen den Vortheilen der Gesellschaft, die man ihmhätte rühmen mögen, vorgezogen haben?
Daß es bcßer fth, wenn hundert Schuldigeder Strafe entgehen, als wenn Ein Unschuldigerleidet, ist eine lange und allgemein gebilligte, undso viel ich weiß, nie bestrittene Maxime. Selbstder blutdürstige Vcrfaßer der Gedanken räumtsie ein, und setzt sehr gut hinzu: » schon der bloße»Gedanke gekränkter Unschuld, und noch weit»mehr der Gedanke einer leidenden Unschuld,, müße unsere zärtlichsten und mitleidigsten Gefühle»erwecken, und zugleich unfern höchsten Unwillen»gegen die Werkzeuge dieses Frevels erregen."Allein, fährt er fort, bcp einer genauen Befol-gung