orientalische Turbane, Schäferhüte mit flatternden Bän-dern, wilde und zahme Thierlarven... Zuweilen nicktemir eine wohlbekannte Gestalt... Zuweilen grüssten ver-traute Weisen... Aber das zog immer schnell vorüber,und lauschte ich eben den Tönen der freudigen Melo-die, die mir aus einer dahingleitenden Barke entgegen-jubelten, so verhallten sie bald, und anstatt der lustigenFideln ersenfzten neben mir die melancholischen Wald-hörner einer anderen Barke... Manchmal trug derNachtwind beides zu gleicher Zeit an mein Ohr, und dabildeten diese gemischten Töne eine selige Harmonie...Die Wasser erklangen von unerhörtem Wohllaut, undbrannten im magischen Widerschein der Fackeln, unddie buntbewimpelten Lustschiffe, mit ihrer abentheuerli-chen Maskenwelt, schwammen in Licht und Musik... Eineanmuthige Frauen gestalt, die am Steuer einer jener Bar-ken stand, rief mir im Vorbeifahren : Nicht wahr, meinFreund, diu hättest gern eine Definizion von der Shak-spear’schen Comödie? Ich weiss nicht ob ich es bejahte,aber das schöne Weib hatte zu gleicher Zeit ihre Hand insWasser getaucht und mir die klingenden Funken in’s Ge-sicht gespritzt, so dass ein allgemeines Gelächter erschollund ich davon erwachte.
Wer war jene anmuthige Frauengestalt, die michsolchermassen im Traume neckte? Auf ihrem idealisehschönen Haupte sass eine buntscheckige gehörnte Schel-lenkappe, ein weisses Atlaskleid mit flatternden Bän-dern umschloss die fast allzu schlanken Glieder, und vorder Brust trug sie eine rothblühende Distel. Es warvielleicht die Göttin der Caprize, jene sonderbare Muse,