terelntriguen, gereilzte Neugier, getäushte Erwartungen,Verwechslungen, witzige Aufgaben welche Verkleidun-gen herbeiführen, das ward der Stoff jener harmlosen,leicht zusammengewürften Spiele. Die Gontextur der spa-nischen Stücke, woran man in England Geschmack zufinden begann, lieferte diesen Spielen allerlei verschie-dene Rahmen und Muster, die sich auch sehr gut an-passen Hessen auf jene Chroniken und Balladen, aufjene französischen und italienischen Novellen, welche,nebst den Ritterromanen, eine Lieblingslektüre des Pu-blikums waren. Es ist begreiflich, wie diese reicheFund-grube und diese leichte Gattung die AufmerksamkeitShakspear’s schon frühe auf sich zog! Man darf sichnicht wundern, dass seine junge und glänzende Einbil-dungskraft sich gern in jenen Stoffen wiegte, wo siedes strengen Vernunftjoches baar, auf Kosten der Wahr-scheinlichkeit alle möglichen ernste und starke Effektebereiten konnte! Dieser Dichter, dessen Geist und Handmit gleicher Rastlosigkeit sich bewegten, dessen Ma-nuskripte fast keine Spur von Verbesserungen enthiel-ten, er musste sich gewiss mit besonderer Lust jenenungezügelten und abentheurlichen Spielen hingeben,worin er ohne Anstrengung alle seine verschiedenarti-gen Fähigkeiten entfalten durfte. Er konnte alles inseine Gomödien hineinschütten, und in der That! ergoss alles hinein, ausgenommen was mit einem sol-chem Systeme ganz unverträglich war, nämlich jenelogische Verknüpfung, welche jeden Theil des Stückesdem Zwecke des Ganzen unterordnet, und in jeder Ein-zelheit die Tiefe, Grösse und Einheit des Werks bekun-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten