niassen verschiedene Bahnen angewiesen; aber währendsie die eine oder die andere zu ihrem Tummelplatz er-wählte, hat die Kunst sich dennoch nie von der Beobach-tung und Darstellung der Wirklichkeit abgewendet. MagAristophanes mit unumschränkter Phantasie-Freiheitdie Laster und Thorheiten der Athener geissein; magMeliere die Gebrechen der Leichtgläubigkeit, des Geizes,der Eifersucht, der Pedanterei, der adlichen Hoffart,der bürgerlichen Eitelkeit und der Tugend selbst durch-hecheln ;—was liegt daran, dass beide Dichter ganz ver-schiedene Gegenstände behandeln; — dass der eine dasganze Leben und das ganze Volk, der andere hingegendie Vorfälle des Privatlebens, das Innere der Familien ,und die Lächerlichkeiten des Individuums auf dieBühne gebracht hat : diese Verschiedenheit der komi-schen Stoffe ist eine Folge der Verschiedenheit der Zeit,des Ortes und der Civilisazion... Aber dem Aristopha-nes wie dem Moliere dient die Realität, die wirklicheWelt, immer als Boden ihrer Darstellungen. Es sinddie Sitten und die Ideen ihres Jahrhunderts , die Lasterund Thorheiten ihrer Mitbürger, Überhauptes ist dieNatur und das Leben der Menschen, was ihre poetischeLaune entzündet und erhält. Die Gomödie entspringtdaher aus der Welt, welche den Poeten umgiebt, und sieschmiegt sich, noch viel enger als die Tragödie, an dieäusseren Thatsachen der Wirklichkeit....
« Nicht so bei Shakspear. Zu seiner Zeit hatte inEngland der Stoff der dramatischen Kunst, Natur undMenschengeschick, noch nicht von den Händen der Kunstjene Unterscheidung und Classifikazion empfangen.