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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
Seite
216
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fehlte es nicht in diesen hübschen Kleinigkeiten. Nurwar zu bedauern, das der damals jugendliche Verfasser,ausser der französischen Uebersetzung des Shakspear,auch die des Byron gelesen hatte, und dadurch verleitetward, im Kostüme des spleenigen Lords, jene Uebersät-tigung und Lebenssattheit zu affektiren, die in jener Per-iode unter den jungen Leuten zu Paris Mode war. DierosigstenIüiäbchen, die gesundesten Gelbschnäbel, be-haupteten damals ihre Genussfähigkeit sei erschöpft, sieerheuchelten eine greisenhafte Erkältung des Gemüthes,und gaben sich ein zerstörtes und gähnendes Aussehen.

Seitdem freilich ist unser armer Monsieur Müsset vonseinem Irrthume zurückgekommen, und er spielt nichtmehr den Blase in seinen Dichtungen, aber ach!seine Dichtungen enthalten jetzt, statt der simulirtenZerstörniss, die weit trostloseren Spuren eines wirklichenVerfalls seiner Leibes-und Seelenkräfte... Ach! dieserSchriftsteller erinnert mich an jene künstlichen Buinen,die man in den Schlossgärten des achtzehnten Jahrhun-derts zu erbauen pflegte, an jene Spielereien einer kin-dischen Laune, die aber im Laufe der Zeit unser weh-müthigstes Mitleid in Anspruch nehmen, wenn sie inallem Ernste verwittern und vermodern und in wahr-hafte Buinen sich verwandeln.

Die Franzosen sind, wie gesagt, wenig geeignet, denGeist der Shakspearschen Comödien aufzufassen, undunter ihren Critikern habe ich, mit Ausnahme eineseinzigen, niemand gefunden, der auch nur eine Ahnungvon diesem seltsamen Geiste besässe. Wer ist das?Wer ist jene Ausnahme? Gutzkow sagt, der Elephant sei