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JESSIKA.
worfen, mit denselben Mitteln geheilt, gewärmt undgekältet von eben dem Winter und Sommer, als einChrist? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wennihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns ver-giftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt,sollen wir uns nicht rächen? Sind wir euch in allenDingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleichthun. Wenn ein Jude einen Christen beleidigt, was istseine Demuth? Rache. Wenn ein Christ einen Judenbeleidigt, was muss seine Geduld seyn nach christ-lichem Vorbild? Nu, Rache. Die Rosheit, die ihr michlehrt, die will ich ausüben, und es muss schlimm hergehn,oder ich will es meinen Meistern zuvorthun.»
Nein, Shylok liebt zwar das Geld, aber es giebtDinge, die er noch weit mehr liebt, unter andern auchseine Tochter,« Jessika, mein Kind. » Obgleich er inder höchsten Leidenschaft des Zorns sie verwünscht undtodt zu seinen Füssen liegen sehen möchte, mit denJuwelen in den Ohren, mit den Dukaten im Sarg: soliebt er sie doch mehr als alle Dukaten und Juwelen.Aus dem öffentlichen Leben, aus der christlichenSocietät, zurückgedrängt in die enge Umfriedunghäuslichen Glückes, blieben ja dem armen Juden nurdie Familiengefühle, und diese treten bei ihm hervormit der rührendsten Innigkeit. Den Türkis, den Ring,den ihm einst seine Gattin, seine Lea, geschenkt, erhätte ihn nicht« für einen Wald von Affen » hingegeben.Wenn in der Gerichtsscene Bassanio folgende Wortezum Antonio spricht:
Ich hah’ ein Weih zur Ehe, und sie ist