JESS1KA.
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Denn dulden ist das Erbthcil unsers Stamms.
Ihr scheltet mich abtrünnig, einen Bluthund,
Und speit auf meinen jüdischen Rocklor,
Und alles, weil ich nutz’, was mir gehört.
Gut denn, nun zeigt sich’s, ihr braucht meine Hülfe :Ei freilich ja, ihr kommt zu mir, ihr sprecht:
« Shylock, wir wünschten Gelder.» So sprecht Ihr,Der mir den Auswurf auf den Bart geleert,
Und mich getreten, wie ihr von der SchwelleDen fremden Hund stosst; Geld ist eu’r Begehren.
Wie sollt’ ich sprechen nun? Sollt’ ich nicht sprehen :« Hat ein Hund Geld? Ist’s möglich, dass ein SpitzDreitausend Dukaten leih’n kann?» Oder soll ichMich bücken, und in eines Schuldners Ton,
Demüthig wispern, mit verhaltnem Odem,
So sprechen : « Schöner Herr, am letzten MittwochSpiet ihr mich an; ihr tratet mich den Tag;
Ein andermal hiesst ihr mich einen Hund :
Eür diese Höflichkeiten will ich euchDie und Gelder leih’n »
Da antwortet Antonio :
Ich könnte leichtlich wieder dich so nennen,Dich wieder anspei’n, ja mit Füssen treten. —
Wo steckt da die christliche Liebe! Wahrlich, Shak-spear würde eine Satyre auf das Christenthum gemachthaben, wenn er es von jenen Personen repräsentirenHesse, die dem Shylok feindlich gegenüber stehen, aber