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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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»ESDEMOSA.

Von der sie stückweis etwas wohl gehört,

Doch nicht zusammenhängend. Ich gewährt es,

Und ofthab ich um Thränen sie gebracht,

Wenn ich von harten, traurgen Schlägen sprach,

Die meine Jugend trafen! Auserzählt,

Lohnt eine Welt voll Seufzer meine Müh.

Sie schwor: In Wahrheit! seltsam, mehr als seltsam !Und kläglich sei es, kläglich wundersam !

Sie wünschte, dass sie nichts davon gehört,

Und wünschte doch, dass sie der Himmel auchZu solchem Mann gemacht. Sie dankte mir,

Und bat, wofern ein Freund von mir sie liebe,

Ihn nur zu lehren, wie er die GeschichteVon meinem Leben müss erzählen.

Dann werb er sie. Ich sprach auf diesen Wink :

Sie liebe mich, weil ich Gefahr bestand,

Und weil sie mich bedaure, lieb ich sie.

Dieses Trauerspiel soll eine der letzten ArbeitenShakspears gewesen seyn, wie Titus Andronikus fürsein Erstlingswerk erklärt wird. Dort wie hier ist dieLeidenschaft einer schönen Frau zu einem hässlichenMohren mit Vorliebe behandelt. Der reife Mann kehrtewieder zurück zu einem Problem, das einst seine Ju-gend beschäftigte. Hat er jetzt wirklich die Lösung ge-funden? Ist diese Lösung eben so wahr als schön? Einedüstre Trauer erfasst mich manchmal, wenn ich demGedanken Raum gehe, dass vielleicht der ehrliche Jago,mit seinen bösen Glossen über die Liebe Desdemonaszu dein Mohren, nicht ganz Unrecht haben mag. Am al-lerwiderwärligsten aber berühren mich Otbellos Re-