DESDEMONA.
137
merkungen über die feuchten Hände seiner Gattin.
Ein eben so abenteuerliches und bedeutsames Bei-spiel der Liebe zu einem Mohren, wie wir in TitusAndronikus und Othello sehen, findet man in Tausendund eine Nacht, wo eine schöne Fürstin, die zugleicheine Zauberin ist, ihren Gemahl in einer statuenähnli-chen Starrheit gefesselt hält, und ihn täglich mit Ruthenschlägt, weder ihren Geliebten, einen hässlichen Neger,getödtet hat. Herzzerreissend sind die Iilagetöne derFürstin am Lager der schwarzen Leiche, die siedurch ihre Zauberkunst in einer Art von Scheinlebenzu erhalten weiss, und mit verzweiflungsvollen Rüssenbedeckt, und durch einen noch grossem Zauber, durchdie Liebe, aus dem dämmernden Halbtode zu vollerLebenswahrheit erwecken möchte. Schon als Knabefrappirte mich in den arabischen Mährchen diesesBild leidenschaftlicher und unbegreiflicher Liebe.