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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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COKDELIA.

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liehe Obmachl, die spielende Willkiihr, womit Shak-spear seinen Stoff immer bewältigen konnte; hierbeherrscht ihn sein Genius weit mehr als in denerwähnten Tragödien, in Macbeth und Hamlet, woer, mit künstlerischer Gelassenheit, neben den dun-kelsten Schatten der Gemüthsnacht, die rosigsten Lich-ter des Witzes, neben den wildesten Handlungen,das heiterste Stillleben, hinmalen konnte. Ja, in derTragödie Macbeth lächelt uns eine sanfte befriedeteNatur entgegen : an den Fensterfliesen des Schlosses,wo die blutigste Unthat verübtwird, kleben stilleSchwalbennester; ein freundlicher schottischer Som-mer, nicht zu warm, nicht zu kühl, weht durch dasganze Stück; überall schöne Bäume und grünes Laub-werk, und am Ende gar kommt ein ganzer Waldeinhermarschiert, Rirnain - Wald kommt nach Dun-sinane. Auch in Hamlet kontrastirt die liebliche Naturmit der Schwüle der Handlung; bleibt es auch Nachtin der Brust des Helden, so geht doch die Sonnedarum nicht minder morgenröthlich auf, und Poloniusist ein amüsanter Narr, und es wird ruhig Komödie ge-spielt, und unter grünen Bäumen sitzt die arme Ophe-lia, und mit bunten, blühenden Blumen windet sie ihreKränze. Aber in Lear herrschen keine solche Contrastezwischen der Handlung und der Natur, und die entzü-gelten Elemente heulen und stürmen um die Wette mitdem wahnsinnigen König. Wirkt ein sittliches Ereignissganz ausserordentlicher Art auch auf die sogenannteleblose Natur? Befindet sich zwischen dieser und demMenschengemüth ein äusserlich sichtbares Wahlver-