Druckschrift 
Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
Seite
92
Einzelbild herunterladen
 

K0EAIG1N MARGARETHA.

1)2

misslichen Aufnahme begegnen. Nur eine Bemerkungkann ich hier nicht zurückweisen.

Es ist mir nemlich unbegreiflich, wie einige deutscheCommentatoren ganz bestimmt für die Engländer Par-thei nehmen, wenn sie von jenen französichen Kriegenreden, die in den historischen Dramen des Shakspearsdargestellt werden. Wahrlich, in jenen Kriegen war we-der das Recht, noch die Poesie auf Seiten der Engländer,die eines Theils unter nichtigen Successionsvorwändendie roheste Plünderungslust verbargen, anderen Theilsnur im Solde gemeiner Krämerinteresse sich herum-schlugen... ganz wie zu unserer eignen Zeit, nur dasses sich im neunzehnten Jahrhundert mehr um Caffe undZucker, hingegen im vierzehnten und fünfzehnten Jahr-hundert mehr um Schafswolle handelte.

Michelet, in seiner französischen Geschichte, demgenialen Buche, bemerkt ganz richtig :

«Das Geheimniss der Schlachten von Crecy, von Poi-tiers u. s. w. befindet sich im Comptoir der Kaufleute

von London, von Bourdeaux, von Bruges.-

«Wolle und Fleisch begründeten das ursprüngliche Eng-land und die englische Ra§e. Revor England für dieganze Welt eine grosse Baumvollespinnei und Eisenma-nufaktur wurde, war es eine Fleischfabrik. Von jehertrieb dieses Volk vorzugsweise Viehzucht und nährtesich von Fleischspeisen. Daher diese Frische des Teints,diese Kraft, diese (kurznasige und hinterkopflose)Schönheit. Man erlaube mir bei dieser Gelegenheiteines persönlichen Eindrucks zu erwähnen :

«Ich hatte London und einen grossen Tjieil Englands