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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
Seite
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CONSTANZE.

zu laut schreien, schlaft man ruhig ein, wie ich eswirklich gethan, am 29ten August des Jahres 1827 nachChristi Geburt.

Als ich erwachte, war alles dunkel rund um michher, und bei dem Scheine einer mattflimmernden Lampeerkannte ich, dass ich mich ganz allein im leerenSchauspielhause befand. Ich beschloss den übrigen Theilder Nacht dort zu verbringen, suchte wieder gelindeeinzuschlafen, welches mir aber nicht mehr so gut ge-lang wie einige Stunden vorher, als der Mohnduft derRaupachschen Verse mir in die Nase stieg; auch störlemich allzusehr das Iinispern und Gepiepse der Mäuse.Unfern vom Orchester raschelte eine ganze Mäusecolo-nie, und da ich nicht bloss Raupachsehe Verse, sondernauch die Sprache aller übrigen Thiere verstehe, so er-lauschte ich ganz unwillkührlich die Gespräche jenerMäuse. Sie sprachen über Gegenstände, die ein den-kendes Geschöpf am meisten interessiren müssen : überdie letzten Gründe aller Erscheinungen, über das We-sen der Dinge an und für sich, über Schicksal und Frei-heit des Willens, über die grosse Raupachsche Tragödie,die sich kurz vorher mit allen möglichen Schrecknissenvor ihren eignen Augen entfaltet, entwickelt und geen-digt hatte.

Ihr jungen Leute, sprach langsam ein alter Mauserich,Ihr habt nur ein einziges Stück oder nur wenige solcherStücke gesehen, ich aber bin ein Greis, und habe derenschon sehr viele erlebt und sie alle mit Aufmerksamkeitbetrachtet. Da habe ich nun gefunden, dass sie sich imWesen alle ähnlich, dass sie fast nur Variazionen des-