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CLEOPATRA.
Launen plagen und beglücken. Und war sie denn imGrunde etwas anders, diese Cleopatra, die wahrlichmit ägyptischen Kroneinkünften nimmermehr ihrenunerhörten Luxus bezahlen konnte, und von dem Anto-nius, ihrem römischen Entreteneur, die erpresstenSchätze ganzer Provinzen als Geschenke empfing, undim eigentlichen Sinne des Wortes eine unterhalteneKönigin war!
In dem aufgeregten, unstäten, aus lauter Extremenzusammengewürfelten, drückend schwülen Geiste derCleopatra, wetterleuchtet ein sinnlich wilder, schwefel-gelber Witz, der uns mehr erschreckt als ergötzt. Plu-tarch giebt uns einen Begriff von diesem Witze, dersich mehr in Handlungen als in Worten ausspricht, undschon in der Schule lachte ich mit ganzer Seele überden mystifizirten Antonius, der mit seiner königlichenGeliebten auf den Fischfang ausfuhr, aber an seinerSchnur lauter eingesalzene Fische heraufzog; denn dieschlaue Aegypterin hatte heimlich eine Menge Taucherbestellt, welche unter dem Wasser an dem Angelhakendes verliebten Römers jedesmal einen eingesalzenenFisch zu befestigen wussten. Freilich, unser Lehrermachte bei dieser Anekdote ein sehr ernsthaftes Ge-sicht, und tadelte nicht wenig den frevelhaften Ueber-muth, womit die Königin das Leben ihrer Unterthanen,jener armen Taucher, aufs Spiel setzte, um den besagtenSpass auszuführen; unser Lehrer war überhaupt keinFreund der Cleopatra, und er machte uns sehr nach-drücklich darauf aufmerksam, wie sich der Antoniusdurch dieses Weib seine ganze Staats - Carriere ver-