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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
Seite
55
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CLEOPATRA.

ständniss mit Octavius, ihre Flotte zum Feinde überge-hen... Sie betrügt ihn aufs niederträchtigste, um imSchiffbruche seines Glücks ihre eigenen Güter zu retten,oder gar noch einige grössere Vortheile zu erfischen...Sie treibt ihn in Verzweiflung und Tod durch Arglistund Lüge... Und dennoch bis zum letzten Augenblickeliebt er sie mit ganzem Herzen; ja, nach jedem Verrath,den sie an ihm übte, entlodert seine Liebe um so flam-mender. Er flucht freilich über ihre jedesmalige Tücke,er kennt alle ihre Gebrechen, und in den rohestenSchimpfreden entladet sich seine bessere Einsicht , under sagt ihr die bittersten Wahrheiten :

Ehe ich dich kannte, warst du halb verwelkt!

Ila! liess ich desshalb ungedrückt in RomMein Kissen; gab darum die Zeugung aufRechtmässger Kinder und von einem KleinodDer Frauen, um von der getäuscht zu sevnDie gern sieht, dass sie Andre unterhalten?

Du warst von jeher eine Heuchlerin.

Doch werden wir in Missethaten hart,

Dann, o des Unglücks! schliessen weise GötterDie Augen uns; in unsern eigenen KothVersenken sie das klare Urtheil; machen,

Dass wir anbeten unsern Wahn und lachen,

Wenn wir hinstolpern ins Verderben.

Als kalten Bissen aufDes todten Casars Schüssel fand ich dich;

Du warst ein Ueberbleibsel schon des Cncjus