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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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CLEOPATRA.

Pompejus; andrer heisser Stunden nichtZu denken , die vom allgemeinen RufNicht aufgezeichnet, du wollüstig dirErhaschtest.

Aber wie jener Speer des Achilles, welcher die Wun-den, die er schlug, wieder heilen konnte, so kann derMund des Liebenden mit seinen Rüssen auch die tödt-lichsten Stiche wieder heilen, womit sein scharfes Wortdas Gemüth des Geliebten verletzt hat... Und nach jederSchändlichkeit, welche die alte Nilschlange gegen denrömischen Wolf ausübte, und nach jeder Schimpfrede,die dieser darüber losheulte, züngeln sie beide mit ein-ander um so zärtlicher; noch im Sterben drückt er aufihre Lippen von so vielen Rüssen noch den letztenRuss...

Aber auch sie, die ägyptische Schlange, wie liebt sieihren römischen Wolf! Ihre Yerräthereien sind nuräusserliche Windungen der bösen Wurmnatur, sieübt dergleichen mehr mechanisch aus angeborneroder angewöhnter Unart... aber in der Tiefe ihrerSeele wohnt die unwandelbarste Liebe für Antonius,sie weiss es selbst nicht, dass diese Liebe so stark ist,sie glaubt manchmal diese Liebe überwinden oder garmit ihr spielen zu können, und sie irrt sich, und dieserIrrthum wird ihr erst recht klar in dem Augenblick,wo sie den geliebten Mann auf immer verliert, und ihrSchmerz in die erhabenen Worte ausbricht :

ich träumt: es gab einst einen Feldherrn MarkAnton ! 0 einen zweiten, gleichen Schlaf,