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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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lologisehe und philosophische Unwissenheit, seine lgno-rantia, zu verbergen sucht, befinden sich in den er-wähnten Blättern die scharfsinnigsten Bemerkungenüber die Charaktere der Shakspearsehen Helden, undhie und da begegnen wir sogar jener poetischen An-schauungsfähigkeit, die wir in den frühem Schriftendes Herrn Tieek immer bewundert und mit Freude an-erkannt haben.

Ach, dieser Tieek , welcher einst ein Dichter war, und,wo nicht zu den Höchsten, doch wenigstens zu denHochstrebenden gezählt wurde, wie ist er seitdemherunter gekommen ! Wie kläglich ist das abgehaspellcPensum, das er uns jetzt jährlich bietet, im Vergleichemit den freien Erzeugnissen seiner Muse aus der frü-hem mondbeglänzten Mährchemveltzeit! Eben so liebwie er uns einst war, eben so widerwärtig ist er unsjetzt, der ohnmächtige Neidhart, der die begeistertenSchmerzen deutscher Jugend in seinen Klatschnovellenverläumdet! Auf ihn passen so ziemlich die WorteShakspears : «Nichts schmeckt so ekelhaft wie Süsses,das in Verdorbenheit überging; nichts riecht so schnödewie eine verfaulte Lilie !»

Unter den deutschen Commentatoren des grossenDichters kann man den seligen Franz llorn nicht uner-wähnt lassen. Seine Erläuterungen Shakspears sindjedenfalls die vollständigsten, und betragen fünf Bände.Es ist Geist darin, aber ein so verwaschener und ver-dünnter Geist, dass er uns noch unerquicklicher er-scheint als die geistloseste Beschränktheit. Sonderbar,dieser Mann, der sich aus Liebe Ihr Shakspear sein