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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
Seite
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nein Vater, welcher Metzger gewesen, selber die Ochsenabgeschlachtet haben... Diese letztem waren vielleichtdie Ahnen jener englischen Commentatoren, die wahr-scheinlich aus Nachgroll ihm überall Unwissenheit undKunstfehler nach wiesen. Dann soll er Wollhändler ge-worden seyn und schlechte Geschäfte gemacht haben...Armer Schelm! er meinte, wenn er Wollhändler würde,könne er endlich in der Wolle sitzen. Ich glaube nichtsvon der ganzen Geschichte; viel Geschrei und wenigWolle. Geneigter bin ich zu glauben, dass unser Dich-ter wirklich Wilddieb geworden, und wegen einesHirschkalbs in gerichtliche Bedrängniss gerieth ; wess-halb ich ihn aber dennoch nicht ganz verdamme. «AuchEhrlich hat einmal ein Kalb gestohlen,» sagt ein deut-sches Sprichwort. Hierauf soll er nach London entflohenseyn und dort, für ein Trinkgeld, die Pferde der grossenHerrn vor derThüre des Theaters beaufsichtigt haben...So ungefähr lauten die Fabeln, die in der Literatur-geschichte ein altes Weib dem andern nachklatscht.

Authentische Urkunden über die LebensverhältnisseShakspears sind seine Sonette, die ich jedoch nicht be-sprechen möchte, und die eben, ob der tiefen mensch-lichen Misere, die sich darin offenbart, zu obigen Be-trachtungen über das Privatleben der Poeten michverleiteten.

Der Mangel an bestimmteren Nachrichten über Shak-spears Leben ist leicht erklärbar, wenn man die politi-schen und religiösen Stürme bedenkt, die bald nachseinem Tode ausbrachen, für einige Zeit eine völligePuritanerherrschaft hervorriefen, auch später noch un-