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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
Seite
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ja ein Gleichbild des Ganzen in seinem Geiste, er kenntdie letzten Gründe aller Phänomene, die dem gewöhn-lichen Geiste räthselhaft dünken, und auf dein Wegeder gewöhnlichen Forschung nur mühsam, oder auchgar nicht, begriffen werden... Und wie der Mathema-tiker, wenn man ihm nur das kleinste Fragment einesKreises gibt, unverzüglich den ganzen Kreis und denMittelpunkt desselben angeben kann : so auch der Dich-ter, wenn seiner Anschauung nur das kleinste Bruch-stück der Erscheinungswelt von aussen geboten wird,offenbart sich ihm gleich der ganze universelle Zusam-menhang dieses Bruchstücks; er kennt gleichsam Cir-culatur und Centrum aller Dinge; er begreift die Dingein ihrem weitesten Umfang und tiefsten Mittelpunkt.

Aber ein Bruchstück der Erscheinungswelt muss demDichter immer von aussen geboten werden, ehe jenerwunderbare Prozess der Weltergänzung in ihm stattfinden kann; dieses Wahrnehmen eines Stücks der Er-scheinungswelt geschieht durch die Sinne, und istgleichsam das äussere Ereigniss, wovon die innernOffenbarungen bedingt sind, denen wir die Kunstwerkedes Dichters verdanken. Je grösser diese letztem, destoneugieriger sind wir jene äusseren Ereignisse zu ken-nen, welche dazu die erste Veranlassung gaben. Wirforschen gern nach Notizen über die wirklichen Lebens-beziehungen des Dichters. Diese Neugier ist um sothörichter, da, wie aus Obengesagtem schon hervor-geht, die Grösse der äusseren Ereignisse in keinem Ver-hältnisse steht zu der Grösse der Schöpfungen, die da-durch hervorgerufen wurden. Jene Ereignisse können