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spear in Erinnerung gebracht wurde. Am bedeutungs-vollsten geschah dieses im Parlamente, nicht sowohldesshalb, weil das Local desselben jenes Westminster-Hal ist, wovon in den Shakspear’schen Dramen so oftdie Rede, sondern weil, während ich den dortigen De-batten beiwohnte, einige mal von Shakspear selber ge-sprochen wurde, und zwar wurden seine Verse, nichtihrer poetischen, sondern ihrer historischen Bedeutungwegen, citirt. Zu meiner Verwunderung merkte ich,dass Shakspear in England nicht bloss als Dichter ge-feiert, sondern auch als Geschichtschreiber von denhöchsten Staatsbehörden, von dem Parlamente, aner-kannt wird.
Diess führt mich auf die Bemerkung, dass es unge-recht sey, w enn man bei den geschichtlichen DramenShakspear’s die Ansprüche machen will, die nur einDramatiker, dem bloss die Poesie und ihre künstlerischeEinkleidung der höchste Zweck ist, befriedigen kann.Die Aufgabe Shakspears war nicht bloss die Poesie,sondern auch die Geschichte; er konnte die gegebenenStoffe nicht willkürlich modeln , er konnte nicht dieEreignisse und Charaktere nach Laune gestalten ; undeben so wenig, wie Einheit der Zeit und des Ortes,konnte er Einheit des Interesse für eine einzige Personoder für eine einzige Thatsaehe beobachten. Dennoch indiesen Geschichtsdramen strömt die Poesie reichlicherund gewaltiger und süsser als in den Tragödien jenerDichter, die ihre Fabeln entweder selbst erfinden odernach Gutdünken umarbeiten, das strengste Ebenmassder Form erzielen, und in der eigentlichen Kunst, na-
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