Ranküne ein Spiel? Die unleidlichsten Feinde der ge-drückten Kirche, während der zwei ersten Jahrhunderte,waren die Schauspieler, und die Acta Sanctorum erzäh-len oft, wie diese verruchten Ilistrionen auf den Theaternin Rom sich dazu hergaben, zur Lust des heidnischenPöbels, die Lebensart und Mysterien der Nazarener zupnrodiren. Oder war es gegenseitige Eifersucht, waszwischen den Dienern des geistlichen und des weltli-chen Wortes so bittern Zwiespalt erzeugte?
Nächst dem ascetischen Glaubenseifer, war es der re-publikanische Fanatismus, welcher die Puritaner be-seelte in ihrem Hass gegen die alt-englische Bühne, wonicht bloss das Heidenthum und die heidnische Gesin-nung, sondern auch der Royalismus und die adligen Ge-schlechter verherrlicht wurden. Ich habe an einemandern Orte gezeigt, wie viele Aehnln hkeit in dieserBeziehung zwischen den ehemaligen Puritanern undden heutigen Republikanern waltet. Mögen Apollo unddie ewigen Musen uns vor der Herrschaft dieser letztembewahren!
Im Strudel der angedeuteten kirchlichen und po-litischen Umwälzungen verlor sich auf lange Zeitder Name Shakspear’s, und es dauerte fast ein ganzesJahrhundert, ehe er wieder zu Ruhm und Ehre ge-langte. Seitdem aber stieg sein Ansehen von Tag zu Tag,und gleichsam eine geistige Sonne ward er für jenesLand, welches der wirklichen Sonne fast während zwölfMonate im Jahre entbehrt , für jene Insel der Verdamm-niss, jenes Botanibay ohne südliches Glima, jenessteinkohlenqualmige, maschinenschnurrende, kireheu-