slen Jahrhunderte der Kirche kund gab, und siehmehr oder minder bilderstürmend bis auf heutigenTag geltend machte. Diese alte, unversöhnliche Ab-neigung gegen das Theater ist nichts als eine Seitejener Feindschaft , die seit achtzehn Jahrhunderten zwi-schen zwei ganz heterogenen Weltanschauungen wal-tet, und wovon die eine dem dürren Boden Judäas, dieandere dem blühenden Griechenland entsprossen ist.Ja, schon seit achtzehn Jahrhunderten dauert derGroll zwischen Jerusalem und Athen, zwischen demheiligen Grab und der Wiege der Kunst, zwischen demLeben im Geiste und dem Geist im Leben; und dieReibungen, öffentliche und heimliche Befehdungen, diedadurch entstanden, offenbaren sich dem esoterischenLeser in der Geschichte der Menschheit. Wenn wir inder heutigen Zeitung finden, dass der Erzbischof vonParis einem armen todten Schauspieler die gebräuch-lichen Begräbnissehren verweigert, so liegt solchemVerfahren keine besondere Priesterlaune zum Grunde,und nur der Kurzsichtige erblickt darin eine eng-sinnige Böswilligkeit. Es waltet hier vielmehr der Eifereines alten Streites, eines Todeskampfs gegen die Kunst,welche von dem hellenischen Geist oft als Tribüne be-nutzt wurde, um von da herab das Leben zu predigengegen den ablödtenden Judaismus : die Kirche ver-folgte in den Schauspielern die Organe des Griechen-thums, und diese Verfolgung traf nicht selten auch dieDichter, die ihre Begeisterung nur von Apollo herlei-teten, und den proscribirten Heidengöttern eine Zu-flucht sicherten im Lande der Poesie. Oder ist gar etwa
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