— 48 —
neuzugestaltendes Wappein - Um nun nicht in Konfliktmit den am Wiener Hofe mächtigen Grafen von Lnckevoert,denen sicherlich wenig an der Übertragung ihres Wappens,wenn auch in variierter Form, auf die vom katholischenGlauben abgefallenen verwandten im Norden lag, zu ge-raten, hat man sich in Wien aber entschlossen, einen Kom-promiß zu schließen. Man nahm die Grnndmotive des altenvoil Gnckevortsch en Familienwappens, die I schwarzenAdler auf goldenem Feld und verschleierte durch Wcglassungenund neue Zutateu den Zusammenhang der Wappen der öster-reichischen und brandenbnrgischen Linie derart, daß man tat-sächlich lange Zeit glaubte, 2 vollständig von einander un-abhängige Wappen und Familien vor sich zu haben.
Als Gemeinsames ließ man nur die beideu schwarzenAdler auf goldenem Grunde in der oberen Hälfte des Schildesbestehen, gab aber dem auch sollst gemeinsamen Adler aufdem Helm die rote Farbe (wie dem Kurbrandenburgischen)und eine Krone, um gewissermaßen daran zu erinneru, daßder Diplomempfänger setzt Nrandenburgischer Untertan war.Die rote Teilungslinie des gräflichen Wappens erweiterteman iil Daniels Wappen zu einem breiten Nalken und be-legte diesen, uili den Zusammenhang beider Wappen mög-lichst zu vertuschen, noch obendrein mit Z silbernen Kanonen-kugeln. Ferner machte »lall die beiden Palmzweige in AdriansWappen zu 2 Palmbäumcn, die, da man in Daniels Wappenden Herzschild weggelassen hatte, in die noch unbesetzte untereHälfte des Schildes ans grüne Grde pflanzte und zum Uber-fluß noch einem goldenen „hockenden, aufrecht zum Grimme»geschickten" Löwen (d. h. kampfbereiten) in die Pranken gab.
^ Mehr konnte allerdings seile Zeit der schwülstigen Prunk-sucht nicht tun, um das Wappenwcseu von seiller einstigenNlüte einer abgeschmackten Verfluchung zuzuführen.
Für die Wahl der Z Kanonenkugeln und des uuterenWappenbildes lag vielleicht auch das Wappen zugrunde(wenn es auch stark umgestaltet wurde), welches Daniels