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Englische Literatur
was nach englischen Berichten nicht der Fall ist. Die Ergebnisse der Forschungenund Bemühungen englischer Gelehrten mit der Gesammrmasse der Kenntnisse undden gleichzeitigen Arbeiten der Auslander in Verbindung zu bringen, würde einsder machtigsten Hindernisse richtiger Schätzung des Guten wegräumen, wie dasUnbedeutende oder Irrige würdigen lernen. Ein ausgezeichneter Versuch dieserArt ist von dem trefflichen Herschel in Beziehung auf die Naturwissenschaften ge-macht worden, auf welchen wir spater zurückkommen werden.
Die Sprachkunde hat in neuern Zeiten nur in einigen Zweigen Fort-schritte gemacht. Die Zeit des Ruhms in der Bearbeitung der clasfischen Philolo-gie, durch Bentley und Porfon gegründet und erhalten, ist verschwunden. Derausgezeichnete Philolog Blomsield ist in diesem Fache fast gar nicht mehr thatig,seit er Bischof von London geworden ist. Unter den neuern Gelehrten sind, außerMonk und Gaisford, John Harford, bekannt durch eine Übersetzung des Agamem-non" von Äschylos und eine Abhandlung über die griechische Tragödie (1832), undSchoolsield (Herausgeber des Äschylos) zu nennen. Ausgaben der griechischenund römischen Classiker, die sich durch selbständigen Werth den Arbeiten von Bent-ley, Baxter, Wakesield anreihten, suchen wir vergebens. Man findet in den Wer-ken deutscher Philologen Hülfe, und londoner Buchhändler lassen neue Ausgabendurch deutsche Gelehrte veranstalten. Philologische Zeitschriften hatten seither inEngland selten glücklichen Fortgang. Neben Valpy's „(llassicul Journal" erhobsich die in Cambridge erscheinende Vierteljahrschrift: „Nuseum criticum", die seit1831 eine neue Reihe u. d. Tit.: „l'üe Philologien! inuseurn", begonnen hat, undjene schwächliche Zeitschrift zu überflügeln droht. Der betriebsame Valpy hat eineSammlung von Übersetzungen griechischer und römischer Classiker:„knmil? clnssicallibrnr^", angefangen, Mittelgut wie ahnliche Unternehmungen in Deutschland. Be-deutender tritt William Sothesby's metrische Übersetzung derJlias (1831) hervor,der die Odyssee folgen soll. Die englische Sprache hat neuerlich weder in etymologi-scher noch in grammatischerHinsi'chtgründlicheBearbeiter gefunden. Das reichhaltigeWörterbuch des Amerikaners Webster ward in England durch einen neuen Abdruckzuganglicher gemacht, und erhielt in Boucher's „(Zlossar? olui-ctmic anä provincialworlls" (erster Band, London 1832, 4.) eine tressliche Zugabe. Bosworth begann(1831) ein Wörterbuch der angelsachsischen Sprache. Den Bemühungen der hoch-ländischen Gesellschaft verdankt die gaelische Sprache ein Wörterbuch und die Erneue-rung alter Dichtungen. Die vielfachen Verbindungen der Briten mit dem Orientrichteten fortdauernd die Bemühungen ausgezeichneter Manner auf die morgen-ländischen Sprachftämme. Der große Sanskrit-Kenner, Professor Wilson (f. d.)in Oxford, hat nebst Colebrooke am meisten zur gründlichen Erforschung der altindi-schen Literatur beigetragen und ist mit der Umarbeitung seines Wörterbuchs derSanskritsprache beschäftigt. Der von mehren Freunden der morgenländischen Lite-ratur gestiftete Verein, Oriental translation lunck zu London, befördert durch jährlichePrcismedaillen die Übersetzung wichtiger orientalischer Werke, die er auf seine Ko-sten drucken läßt, und ertheilte 1832 auch dem Deutschen Adolf Stenzler für dieÜbersetzung des „RuAhuvunvu" aus dem Sanskrit des Kalidas einen Preis. Eineausgezeichnete Bereicherung der morgenländischen Sprachkunde lieferte (1832)Arthur Lumley Davids in seiner türkischen Sprachlehre, der eine schätzbare Einlei-tung über die Sprache und Literatur der Türken vorangeht. — Die höhern ma-thema tischen Wissenschaften finden, wie Babbage klagt, jo wenig Unter-stützung , daß dem Studium derselben auch bei dem Eintritt in das bürgerlicheLeben g roße Hindernisse entgegenstehen, und nur wer eignes Vermögen besitzt, sichihnen n üdmen kann. Zu diesem Mangel einer kräftigen Aufmunterung,^ derensich desto- mehr die angewandte Mathematik, als die Pflegerin so vieler Zweigeder Gew! nbthätigkeit, erfreut, komznt noch ein anderes Hinderniß, die mangelbane
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