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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
813
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Englische Kunst

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ist er hinter ihm zurückgeblieben. Auch Joshua Reynolds' Portraits haben oftmehr Natur, Wahrheit und Kraft, als die von Lawrence. Seine Zeichnungen sindnicht genug studirt, ihre Theile nicht hinreichend durchdacht, die Formen hausig zuunbestimmt, und vornehmlich in den Muskeln u. f. w. zu wenig angedeutet. Diesist ein Grundfehler der englischen Malerschule, und diese Vernachlässigung der Aus-führung geht aus einer zu ausschließenden Bemühung der Künstler hervor, denAusdruck der Idee hervorzuheben. Sir William Beechey's Portraits zeich-nen sich durch Einfachheit der Zeichnung und Klarheit der Färbung aus, er hat aberweder die Zartheit von Lawrences Pinfel, noch dessen geistvollen Ausdruck undReichthum der Stellungen. Zu den vorzüglichsten Portraitmalern gehören auchder Schottlander Raeburn, H. Howard, zart und poetisch, und H, W.Pickersgill. Die Elemente von Martin's Styl sind gewaltsame Hand-lung, Leidenschaft, wilde Größe, schreiende Farbencontraste, ein Übermaß vonPrunk und unauflösbare Räthfel. Dieser talentvolle Künstler fußt auf denGrundsatz, daß, je zahlreicher die Opfer, deren Untergang in fürchterlicher Man-inchfaltigkeit deS Todeskampfs beim Sturm der Elemente dargestellt wird, jewilder und heftiger der Schrecken, der über friedliche, ruhige Scenen hereinbricht,desto größer und erhabener die Wirkung jei. Er führt uns über die Gräber mäch-tiger Städte, läßt die alte Größe noch ein Mal aufleben und die Bewohner durchErdbeben, Ströme flüssigen Feuers und den Sturm des Meeres vernichten. Al-les tritt bei ihm dem Leben drohend, verzehrend entgegen; der Tod schreitet in sei-ner furchtbarsten Gestalt über die Scene. Die Farbengebung seiner Gemälde ist inÜbereinstimmung mit der Wahl der Gegenstände: zuweilen bewundert man zarteund reiche, der Natur abgelauschte Töne; im Allgemeinen aber ist blendenderPrunk, Streben nach Theatereffect vorherrschend. M.'s Figuren beweisen, daßer in diesen Studien nicht aufmerksam und sorgfältig genug ist, obgleich er hierbedeutende Fortschritte gemacht hat, wie leicht zu ersehen ist, wenn man Belsa-zer's Fest und die Zerstörung von Herculanum und Pompeji mit seinen neuern Ar-beiten vergleicht. Zu seinen berühmtesten Werken gehört der Fall von Ninive.Haydon wird sich als Historienmaler keines ausgezeichneten Namens bei derNachwelt erfreuen: es fehlt seinen Arbeiten durchweg an Tiefe und Originalität,und wo sich Spuren eines erfinderischen Geistes zeigen, vermißt man das echtpoetische Gefühl, das allein einem Kunstwerke Leben gibt. Er ist übrigens einguter Zeichner, weiß die Farben zu behandeln und die Gesammtessecte anziehendund überraschend zu halten. Eines seiner geschätztesten Werke ist Moses vonPharao entlassen. Die humoristischen Gemälde H.'s, z. B. Nock electioo,kunck, das Leben in London am Mittag, sind frisch, heiter, geistreich, die Ausfüh-rung frei und lebenvoll. Zu den ausgezeichnetsten Malern gehört Wilkie (s. d.),der sich durch seine historischen Compositionen, in welchen Erfindung und Ausfüh-rung gleich vorzüglich sind, den ersten Rang unter den lebendes Künstlern gesichert hat.--Der jetzige Präsident der Kunstakademie zu London, M. A. Shee, hat einenkraftigen Pinsel. Danby' s Gemälde haben einen ähnlichen Charakter wie dievon Martin, nur ist Martin großartiger, genialer. W. Hilton, auch als-Portraitmaler geschätzt, ist ein talentvoller Historienmaler: er wählt mit Vorliebevaterlandische Gegenstände zur Darstellung und hat einen freiern, kräftigern Pinselund mehr Wahrheit und Natur als W. Etty, durch glänzendes Colorit sich em-pfehlend, und H. P. Briggs, welche zu den bessern Historienmalern des heuti-gen Englands gehören. Etty verdient auch als Landschafter genannt zu werden.Edwin Landseer verbindet mit hoher technischer Vollendung einen großen Schatzhumoristischer Ideen, die er in einer heitern, gemüthlichen Weise auszudrückenErsteht, z. B. in den Genrebildern: der Steinbrecher, die hochländische Musik.hlnskipp, Genremaler, dessen Arbeiten einen kräftigen Ton und fleißige, ge-