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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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Eisenbahnen

Liverpool und Manchester, so können von dem heftigen Aufstoßen der gebrochenenStücke gegen den Boden nur schreckliche Folgen erwartet werden. Wenn dieBahn vollkommen horizontal ist, so betragt der Widerstand etwa der Last,ein Pferd ist daher im Stande, eine Last von 160 Centnern zu ziehen. Diese Lastwird gewöhnlich auf vier hinter einander folgende Wagen vertheilt; jeder vondiesen wiegt gegen 20 Centner; ziehen wir demnach 80 Centner von der obigenSumme ab, so bleibt eine reine Last von 80 Centnern übrig. Bei allen Anlagen vonEisenbahnen muß dafür geforgt werden, daß die Bahn horizontal sei, ein Erfoder-niß, durch welches ihre Anlegung sehr erschwert wird. Senkt sich die Bahn auf einerStrecke von 160 Fuß um einen Fuß, ist also ihr Gefälle , so laufen die Wa-gen von selbst hinunter, ja wenn das Gefalle noch bedeutender wird, so laufen dieWagen mit beschleunigter Geschwindigkeit bergab, und es könnte daraus leicht Un-glück entstehen. Um dieses zu verhüten, hat man auf der bei Darlington erbautenEisenbahn seit mehren Jahren die Einrichtung getroffen, daß hinter jedem Zugevon vier Wagen ein zweirädriger Karren angehängt wird. Das Pferd wird dortausgespannt, wo die Wagen von selbst abwärts gleiten, und in den zweirädrigenKarren geführt und aufs Neue angespannt, wenn die Bahn horizontal wird. DiePferde sind durch lange Gewohnheit bereits so abgerichtet, daß sie bei den betreffen-den Strecken, wo die Wagen selbst zu laufen anfangen, still stehen, sich ausspan-nen lassen und auf den hintern Karren springen, aber sogleich wieder an ihreStelle zurückkehren, wenn die Wagen still stehen.

So vorthcilhaft nach dem Gesagten auch die Eisenbahnen sind, so steht ihrerallgemeinen Einführung der bedeutende Kostenaufwand entgegen. Wenn keine be-deutenden Schwierigkeiten vorhanden sind, so kann man den Preis einer deutschenMeile etwa zu 5000 Pf. Sterl. annehmen; es können aber diese Kosten nebst denerfoderlichr: Gebäuden bis zu 160,000 Pfund steigen, wie dies auf der Bahnvon Manchester nach Liverpool der Fall ist. Wenn demnach der Verkehr auf derStraße nicht sehr bedeutend ist, so werden die Kosten der Unternehmung nicht ge-deckt. Einen Bew'eis davon liefert die von Gerstner angelegte Eisenbahn zurVerbindung der Donau und Moldau. Diese Bahn wurde 1826 erbaut, hatteeine Lange von 8^- Meile und kostete etwas mehr als 920,000 Gulden Con-ventionsmünze. In der Folge wurde die Bahn noch um etwas mehr als ein Drittelverlängert und hatte eine Länge von 11z- Meile, wozu im Ganzen etwa 1,200,000Gulden erfoderlich waren. Da aber die Actionnairs nicht zu ihren Zinsen kamen,ist die Strecke von Lest bis an die Donau bei Linz nicht ausgeführt worden. Nir-gends wird diese Erfindung großartiger benutzt als in den vereinigten nordamerika-nifchcn Staaten, und immer zahlreicher werden die Eisenbahnen bis in die entlegen-sten Theile des großen Festlandes. Man scheint ihnen allmälig den Vorzug vorCanalverbindungen einzuräumen. Die Eisenbahn zwischen Neuyork und Philadel-phia hat 86 engl. Meilen in der Länge. Die Eisenbahnen werden von Gesellschaftenangelegt, und die Actionnairs theilen den Gewinn mit den Staaten, durch welche siegehen. Schnelle, sichere und wohlfeile Verbindung wird dadurch befördert und dieöffentliche Wohlfahrt erhöht. In Neuyork erscheint feit 1832 eine besondere Zeit-schrift: ,/IAe rail-i-ouci journal", die zur Verbreitung der diesen Gegenstand be-treffenden Nachrichten und Erörterungen nützlich wirkt. Mehres über Eisenbahnensagen Wood'spractica! treati5e on rai! roacZs, anck interior communic-Uion in^enera! etc." (zweite Aufl. London 1832), die Ergebnisse vielfältiger Versucheenthaltend; Gordon,On locnmotinn 6v mesns es steam carriages etc." (Lon-don 1832); C. von Oeynhausen und H. von Dechen,Über Schienenwege in Eng-land" (Berlin 1829), und Gerstner in seinerMechanik", Bd. 1, S. 603 fg.Das letztere Werk behandelt den Gegenstand mit großer Klarheit und gibt sehr de-taillirte Abbildungen der einzelnen Theile der Bahnen und der Wagen. Eine popu-

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