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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
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Duras

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liche Summe von Abgaben zu zahlen, man in seiner Provinz sich vereinigt habe,um einem so rechtlichen Mann ein bedeutendes Gut zu kaufen. Er widersetzte sichmit Würde und Eifer mehren Vorschlagen wider die verfassungsmäßige Freiheit.W nach der Ermordung des Herzogs von Verry vom Decazes'schen Ministeriummehre Einschränkungen der öffentlichen Freiheit, vorgeblich zur Sicherheit desStaats, verlangt wurden, erklärte D. feierlich, fein Gewissen erlaube ihm nicht,den Ministern eine Gewalt zu verstatten, welche die Verfassung ihnen verweigere.Ebenso nachdrücklich widersetzte er sich, obwol ohne guten Erfolg, der Abänderungdes Wahlgesetzes, und späterhin der Abschaffung des Geschworenengerichts beiPreßvergehen. Seitdem hörte man ihn selten öffentlich sprechen. Einer der Be-zirke der Stadt Paris wählte ihn 1824 zum Deputirten. Als drei Jahre darauf derMinister Peyronnet einen Gefetzvorschlag that, welcher die Preßfreiheit begründensollte, sie aber im Grunde beschränkte, fand D. seine vorige Kraft wieder, um sichin einer merkwürdigen Rede diesem Vorhaben zu widersetzen. Während desPolignac'fchen Ministeriums wurde die Kammer aufgelöst; D. wurde aber wiedergewählt, da er zu der Zahl der 221 gehörte, welche die berühmte Adresse an denKönig angenommen hatten, und die fast Alle wieder in die Kammer gewählt wur-den. Er vermochte jedoch so wenig als seine Collegen dem Übel zu steuern, wel-ches jenes Ministerium herbeiführte. Nach Ausbruch der Juliusrevolution un-terzeichnete er die Protestation der Deputirten, und ward nach der Thronbestei-gung des Herzogs von Orleans zum Justizminister und Großsiegelbewahrer er-nannt. Man hatte nun Gelegenheit, zu bemerken, daß D. als Minister fastkeinen größern Aufwand machte, als während er bloßer Deputirter gewesen war.In seinem Hotel herrschte keine lästige Etikette, und er selbst ging in ganz einfa-cher Kleidung nach Hofe. Seit der republikanischen Verfassung hatte man inFrankreich keinen so einfach lebenden, anfpruchlosen Minister gesehen. Auch in sei-nem Ministerium suchte er große Ersparnisse zu bewirken und verjährte Misbräucheabzuschaffen, über welche sich die Opposition, zu der er gehört, oft und mit Rechtbeklagt hatte. Leider blieb er nur ein halbes Jahr Minister. Als der frei-sinnigere Theil des Ministeriums ausschied, nahm auch D. seinen Abschiedund als Deputirter wieder seinen Platz in der Kammer ein, wo er seitdemzu Gunsten aller echt freisinnigen Maßregeln stimmte und sich jeder andern wi-dersetzte. D. genießt einen unbescholtenen Ruf. Als Redner ist er zwar nichtglänzend und hinreißend; seine Reden sind aber mit Würde und Kraft abgefaßt.Zm Justizfach ist er praktisch sehr bewandert. Die einzige Belohnung, die ihmvom Staate wegen seiner demselben geleisteten Dienste zu Theil geworden, ist dasLcdenszeichen als Offizier der Ehrenlegion. (25)

Duras (Herzogin von), war die Tochter des Schiffscapitains Grafen vonKersaint, eines sehr geschickten Seemanns, welcher im Anfange der Revolutionlebhaften Antheil an den vorgehenden Verbesserungen in den Staatseinrichtungennahm, Mitglied des Jakobinerclubs, dann des Nationalconvents wurde, abernicht für den Tod Ludwigs XVI. stimmte, und am Tage vor dessen Hinrichtungfeierlich erklarte, er wolle mit den Urhebern der im vorigen September begangenenGreuel nichts gemein haben. Dieser gemäßigten Gesinnungen halber wurde erwahrend der Schreckenszeit verfolgt, und obschon seine Freunde, die Girondins,ihn zum Minister des Seewesens ernannt haben wollten, um ihn zu retten, sokennte er doch der Verfolgung der Schreckensmänner nicht entgehen, wurde er-güfsen, zum Tode verdammt und mit vielen Andern hingerichtet. Seine Tochterwar damals noch sehr jung und flüchtete sich mit ihrer Familie ins Ausland. Siehielt sich einige Jahre in England auf, wo sie den Herzog von Duras heirathete, wel-cher ebenfalls emigrirt, aber fast immer im Gefolge der königlichen Familie geblie-ben war. Gegen das 1.1800 kehrte der Herzog nach Frankreich zurück. Seine