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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
726
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729 Drovetti

bis auf unsere Tage noch so wenig gekannten Wunderlandes höchst verdienterMann, ward um 1775 im südlichen Frankreich geboren. Er trat frühzeitig in ^die französische Armee, in welcher er bis zum Oberstlieutenant emporstieg und indieser Eigenschaft an dem ägyptischen Feldzug Antheil genommen haben soll, nachdessen Beendigung Bonaparte ihn als Generalbevollmächtigten der Handels-verhältnisse zurückließ. D. lebte anfänglich zu Krchira, später aber in dem großenfränkischen Okkcl (Festung), das später nach ihm genannt wurde, und fand an demberühmten Orientalisten Asselin, der die Entdeckung gemacht hat, daß von derTausend und einen Nacht" nur der bisher übersetzte Theil alt, das Übrige erst vor30 Jahren von zwei ägyptischen Scheikhen hinzugesetzt sei, einen hochgebilde-ten Freund und Rathgeber. Von nun an benutzte D. die günstigen Verhalt,nisse, in welchen er als französischer Generalconsul lebte, um Ausflüge nach allenRichtungen hin zu machen, und mehr und mehr den Schleier zu lüften, der, so vie-ler Reisen ungeachtet seit Herodot bis auf Dcnon und seine gelehrten Begleiterherab, noch immer die Riesendenkmäler des alten Wunderlandes in Hinsichtihres Ursprungs und ihrer Bestimmung umhüllte. In einem aus Damiette ge-schriebenen Briefe an Asselin beantwortete er schon 1808 mit vielem Scharfsinneinige Fragen des gelehrten Seetzen über die Inseln des Sees Menzaleh, die Pa-pyrus- und Lotospflanze u. a. m., und sprach die Meinung aus, es seien zwischen ,Kattieh und El Arisch Spuren eines Canals wahrzunehmen, der einst von Suez.nach Damiette geführt habe. Kein wißbegieriger Europaer landete mehr in Alexan- -stunddrien, den D. nicht gesehen, gesprochen, unterrichtet, in seinen Forschungen unter- Mn, bei demstützt nicht selten aber auch, je nachdem der eigne Vortheil dabei zu leiden schien, mmlunz habmit Argusaugen bewacht und mit kleinlichem Neide verfolgt hat. Die selbstsüchti- Msiemögecgen Briten, die, besonders seitdem Lord Valentia's Begleiter auf der Reist von Hin- ich mit dem Hadostan nach Ägypten und Abyssinien, der berühmte Zeichner Henry Salt, englischer M, MseingaConsul geworden war, scharenweise nach Ägypten kamen, um ein merkwürdiges »dein. ErschiDenkmal des Alterthums nach dem andern zu entführen, mochten freilich d n von DHHnBeyNatur leidenschaftlichen Mann vielfach reizen. D., der sich einer besondern Gunst Ä daM FMdes Vicekönigs erfreut haben soll, beschäftigte viele Jahre hindurch mit beträchtlichem HMn KMKostenaufwand eine große Anzahl Menschen mit Ausgrabung von Alterthümern. iiMONMdFDer Franzose Ripaut lebte zu diesem Behufs ganz in seinem Sold, ein in derPropaganda gebildeter Römer, Bruder Ladislaus, leitete zu Girgeh die Nach- hamiy in elMsuchungen, und die Piemontesen Rossignano und Lebolo unternahmen auf seine A Läse durchsKosten die Öffnung der Katakomben zu Karnak, Luxor und Goura. Außerdem Är aus^^kaufte er von den Arabern und weniger bemittelten Reisenden Alles auf, was zur ÄiWfrüherk'Erläuterung der ältesten Geschichte Ägyptens dienen konnte. Auf diese Weise Ärrzu unters»^wurde seine Sammlung von Mumien, Papyrusrollen, sowol mit griechischen als zhieroglyphischen Schriftzügen, Skarabaen, Bronzebildern u. s. w. die bedeutendste, "

welche vielleicht je von einem Privatmann angelegt worden ist, und mit der sich ZiuD's Whöchstens diejenige des englischen Generalconsuls Salt messen konnte, welche jetzteine Zierde des britischen Museums ausmacht. Jede dieser beiden Sammlungenhat ihre eigenthümlichen Seltenheiten und Schätze erster Größe. D .'s Beispielfolgend, haben auch der schwedische Vieeconsul von Anastasy und der preußische stst

Handel bevollmächtigte von Nosetti zu Alexandrien, Sa mmlungen ägyptischerAltertkümer angelegt, deren erftere jetzt, unter des Profesjors Reuvens Aufncht,die schönen literarischen Hülfsmittel der Universität Leyden verm hrt Aus Ach' ^..^Eeschtung für sein Vaterland bot D. seine Schätze zuerst der französischen Regierungzum Kauf an; als aber der Herzog von BlacaS, vielleicht aus Befangenheit politi-scher Ansicht, sie zurückgewiesen hatte, kaufte sie der König von Sardinien für dasturiner Museum, wodurch letzteres, zumal unter S.-O.uentino's und Peyron SLeitung, für das Studium ägyptischer Altertumskunde zu der ersten Anstalt der