Doppelsterne
zur vierten Größe, und viele andere veränderliche Sterne haben bei ihrem Licht-wechsel andere Perioden. Eine genügende Erklärung dieser Veränderung der Licht-stärke eines Sterns vermögen wir nicht zu geben. Möglich, daß sie durch größeredunkle Flecke, durch eine linsenförmige sehr abgeplattete Gestalt, durch das Vortretengrößerer Planeten oder durch andere Ursachen hervorgebracht werde. Neue, und nureinige Zeit sichtbare einfache Sterne sind in den Iahren 1575, 4604 und 1670beobachtet worden. Der erste, im Bilde der Kasstopeja, übertraf die Venus an Glanzund war bei Tage zu sehen; sein Licht änderte sich von weiß in gelb, in gelblich-roth und bleifarben, nahm cch und der Stern verschwand 16 Monate nach sei-nem Erscheinen, ohne seinen Ort verändert zu haben. Es kann wol keinem Zwei-fel unterliegen, daß die Folgezeit auch Beispiele über das Vortreten und Verschwin-den von Doppelsternen oder von einzelnen zu ihnen gehörenden Sternen darbietenwerde.
Geben wir nun die Fixsterne ungleichförmig an der Sphäre vertheilt undgruppenweise zusammengedrängt, so trennen sich doch von den einfachen Fixsternen,zu denen auch unsere Sonne gehört, die Doppelsterne, die drei-, vier- und fünf-fachen Sterne, Fnd bilden in immer größern Gruppirungen den Übergang zu denSternhaufen. Was wir über diese wissen, verdanken wir vorzugsweise Hörschel.Einige Gegenden des Himmels sind reicher an Sternen als andere. So finden wirin dem kleinen Räume der Plejaden 44 Sterne von der vierten bis zur siebentenGröße beisammen stehen, und haben keinen Grund, die Nähe so vieler Sterne alszufällig anzunehmen, vielmehr dürfen wir glauben, daß viele derselben zu einemSysteme verbunden sind. In der Milchstraße im Sternbilde des Krebses, an derFaust des Perseus und an vielen Orten sehen wir ähnliche Sterngruppirungen.Viele derselben stehen in so großen Fernen, daß starke Fernröhre dazu gehören, dieeinzelnen Sterne zu erkennen. Bei vielen, noch entferntem Sternhaufen, wirdauch dies nicht mehr möglich; sie zeigen sich uns nur in vereintem Glan; als mehroder weniger schimmernde Nebelflecke. Herschel zählte mit seinen großen Sehinstru- 'menten 88 grobzerstreute Sternhaufen, 67 Sternhaufen gedrängt voll von gro-ßen und kleinen Sternen, 42 sehr reiche und dichte Haufen und 2303 Nebelflecke.Unter den letztern unterschied er 288 glänzende Nebel, 907 lichtschwache Nebel,978 sehr lichtschwache Nebel, 78 planetarische Nebel, zum Theil von merkwürdigerGestalt, und 52 sehr große Nebel. Seine Untersuchungen führten ihn zu der An-nahme, daß die zahllosen Fixsterne, die wir bis zur Milchstraße hin sehen, zu einemSternensysteme von länglicher Linsenform gehören, in welchem unsere Sonne ihrenPlatz näher dem Mittel als dem Rande hat, und daß die glänzenden Nebelflecksferne Sternensysteme seien.
Monde bewegen sich um Planeten, Planeten um Sonnen, und bei den Dop-pelsternen, bei den drei-, vier-und mehrfachen Sternen, Sonnen um Sonnen.Ja wir erkennen das Fortrücken der Fixsterne und unserer Sonne in dem Universum,und werden zu der Annahme geführt, daß keine Weltkugel in absoluter Ruhe sichbefinden könne, und daß zur Erhaltung der Monden- und Planetensysteme, wie derSysteme der Sonnen und der Sonnenheere, die Bewegung aller Himmelskörperunbedingt erfoderlich sei. Doch dürfen wir nicht alle Nebelflecke, die an der Him-melssphäre sichtbar sind, für ferne Sternenheere ansehen. Es gibt Nebel, derenmattes planetarisches Licht sich wesentlich von den Höllen glänzenden Sternen-uebeln unterscheidet; diese matten Nebel zeigen zum Theil große Unregelmäßigkeitm Gestalt, und lassen, wie Orions Nebel, Spuren von Veränderungen erkennen,und ihr milchartiger Lichtschimmer verbreitet sich über beträchtliche Flächen. Fürbiese Nebelmassen dürfen wir keine so außerordentlich große Ferne setzen, vielmehrkönnen wir sie mit großer Wahrscheinlichkeit für noch zerstreuten Stoff im Wer-ben begriffener Sonnensysteme halten, und können diese Ansicht bestärken, wenn
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