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Erster Band (1832) A bis E
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Deutsche Kunst

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OB

Schule und für die deutsche Bildhauerkunst überhaupt erwarten. — JohannBaptist Stiglmaier, der Sohn eines Schmieds zu Fürstenfeldbruck in Baiern,geb.' 1791, sing als Goldschmied an zu zeichnen und zu modelliren, wurde 1814Münzgraveur in München und war spater, um die Bronzeskulptur zu studiren,vier Jahre in Italien, worauf er auch Berlin und Paris in gleicher Absicht besuchte.Als in München eine Erzgießerei errichtet ward, erhielt er die Leitung derselben.Von 1826 an gingen aus dieser Anstalt mehre Büsten, Reliefs, Brunnen, Grab-denkmale, mehre Theile des vom Münchner Magistrate dem König Maximilianbestimmten kolossalen Denkmals, der größte Theil des vom König Ludwig für diein Rußland gefallenen Baiern bestimmten, 100 Fuß hohen Obelisken, das Thorder Glyptothek, der Candelaber zu der vom Grafen von Schönborn in Gaibach er-richteten Constitutionssaule und andere wohlgelungene Werke hervor. Daneben hatS.auch in Marmor gearbeitet und unter andern die Büste des Königs Maximiliangefertigt. Nächst ihm sind für die großen Bauwerke des Königs Ludwig beschäftigt:Ernst Mayer aus Ludwigsburg, geb. 1796, Lehrer an der polytechnischen Schulein München, Schüler von Jsopi in Ludwigsburg, später von Thorwaldsen, seit1826 in München, wo er die Antiken der Glyptothek zu restauriren hatte, und einBasrelief: Agamemnon, Menelaus und Palamed bei Ulysses, und mehre Büsten,auch für die Walhalla, lieferte; Johann Laabaus Memmingen, geb. um 1795(Statue des Evangelisten Matthäus nach Thorwaldsen; Knabe mit dem Schwa-ne, runde Gruppe in Marmor; Büste von Boerhave für Walhalla); ErnstBändel aus Ansbach, zuerst in Langer's Schule in München, dann in Italiengebildet, der ein vorzügliches Talent für die Bearbeitung des Marmors entwickelte.Noch ist des 1826 gestorbenen Bildhauers Johann Haller zu gedenken, der, ei-nes Krämers Sohn, 1792 zu Innsbruck geboren, 1810 nach München kam, beidem Bildhauer Schöpf arbeitete und später in die Akademie eintrat, wo er nach dreiJahren den ersten Preis und eine Pension erhielt. Mit Aufträgen für die Glypto-thek kam er 1819 nach Rom, mußte es aber Krankheitshalber schon 1823 verlassen,von wo an er siechte, bis ihn im dreiunddreißigsten Lebensjahr eine tödliche Krankheithinraffte. — In Wien hatte Franz Zauner, geb. um 1748, frei vom Zwangeder Schule, sich seinen-eignen Weg gebahnt und seine ausgezeichneten Anlagen inItalien entwickelt, worauf er seit 1781 als Professor in der Kunstakademie vieleWerke hervorbrachte, die von genialer Meisterschaft zeugen, und unter welchen diein Bronze gegossene, 1807 vollendete kolossale Statue Josephs II. die größte Auf-merksamkeit verdient. Neben ihm, gleichfalls als Professor an der Akademie, übteMartin Fischer, geb. 1741, die Bildhauerkunst mit rastlosem Eifer aus, undzeigte in seinen vielen Werken (bis gegen 1820) ein tiefes Studium der Naturund Kenntniß der schönen Formen der Antiken. Nach achtjährigem Aufenthaltein Italien ist seit 1823 Professor Schaller an der Akademie thätig. Sein aus-gezeichnetes Talent neigt sich zur romantischen Schule. Dafür zeugen seine Com-position eines Denkmals für den Sandwirth Hofer, seine Entwürfe zu Basreliefsaus der biblischen Geschichte. In griechischem Geiste, mit tresslicher Anordnungund ausdrucksvoll componirt sind seine Gruppe des Bellerophon, seine Amorinund Venus u. a. — Tüchtige jüngere Bildhauer sind Nußbaum er und Käß-mann aus Wien, Beide Schüler der wiener Akademie, die sich später als Pen-sionnairs in Rom aufhielten. In Mainz hat Karl S ch oll, ein praktisch fertigerBildhauer, ein Standbild Guttenberg's, in Karlsruhe Raufer aus Konstanz dieStatue des Großherzogs Ludwig von Baden in Sandstein ausgeführt. Zuletzt er-wähnen wir Konrad Weitbrecht, geb. 1796 zu Eresbach bei Ohringen inHohenlohe, einen geistreichen Genrebildhauer, dessen Talent sich auf ländliche undhäusliche Sccncn aus dem Volksleben zu beschränken scheint, aber in diesemengern Kreise mannichfaltige und sinnvolle Darstellungen erfindet, verständig